EM-Vorschau: Schweiz – schafft der ewige Geheimfavorit die Überraschung?

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Die Schweiz um Leverkusens Mittelfeld-Dirigenten Granit Xhaka und Deutschland treffen zum ersten Mal bei einer EM aufeinander. Foto: Ludovic Péron/Wikimedia

Frankfurt. Der ewige Geheimfavorit – so wird die Nationalmannschaft der Schweiz bei Turnieren gerne bezeichnet. Dieser Rolle gerecht werden, konnten unsere Nachbarn bisher jedoch kaum.

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Zwar haben sie mit Ausnahme der EM 2012 die Qualifikation für jedes Großereignis seit 2004 sowie bei fünf Welt- und Europameisterschaften in Folge die Gruppenphase überstanden, spätestens nach dem Viertelfinale (EM 2021) mussten die Schweizer jedoch ihre Koffer packen.

Aufgrund der mühsamen Qualifikation für die diesjährige EM –  bei der sie trotz leichter Gruppe lediglich vier von zehn Spielen für sich entscheiden und sich somit erst kurz vor Schluss das Ticket nach Deutschland sichern konnten – wäre eine weite Reise eine Überraschung.

Für eine Überraschung gesorgt hat im Vorfeld der EM-Vorbereitung bereits Nationaltrainer Murat Yakin, der mit 38 Spielern einen extrem großen vorläufigen Kader (Plätze im endgültigen EM-Kader: 23 bis 26) nominiert hat.

Mittlerweile ist jedoch der finale Kader bekannt, in dem sieben Bundesligaprofis vertreten sind: Kapitän Granit Xhaka (Bayer 04 Leverkusen), Nico Elvedi (Borussia Mönchengladbach), Cédric Zesiger (VFL Wolfsburg), Leonidas Stergiou (VfB Stuttgart), Silvan Widmer (1. FSV Mainz 05), Ruben Vargas (FC Augsburg) und Torwart Gregor Kobel (Borussia Dortmund).

Letzterer wird sich mit dem ehemaligen Gladbach- und Bayern-Keeper Yann Sommer (Inter Mailand) – der bisherigen Nummer eins – um den Stammplatz im Tor der Schweizer Nationalmannschaft duellieren.

Zu den größten Namen und Leistungsträgern der Mannschaft gehören neben Kapitän und Leverkusens Double-Sieger Granit Xhaka auch Manuel Akanji (Manchester City) sowie Xherdan Shaquiri (Chicago Fire FC), der den deutschen Fußballfans noch aus seiner Zeit beim FC Bayern München (2012 bis 2015) bekannt sein sollte.

Große Hoffnungen werden jedoch auch in zwei Youngster gesteckt. Die Außenbahnspieler Noah Okafor und Dan Ndoye fallen in der Serie A mit guten Leistungen auf und sollen mit ihrer Schnelligkeit nun auch für ihre Nationalmannschaft den Unterschied ausmachen.

Ob die Schweizer es auch bei der kommenden EM schaffen, in das Achtelfinale einzuziehen, wird sich spätestens am 23. Juni (21 Uhr, Frankfurt), beim letzten Gruppenspiel gegen die Mannschaft von Julian Nagelsmann, zeigen. Diese Begegnung wird das erste Aufeinandertreffen beider Nationen bei einer Europameisterschaft jemals sein.

Insgesamt standen sich diese beiden Nationalmannschaften in 53 Spielen auf dem Fußballfeld gegenüber. 36 Mal hat Deutschland den Platz als Sieger verlassen, neunmal konnte die Schweiz ihren Gegner besiegen und siebenmal fand das Duell keinen Sieger. Dabei ist ein Torverhältnis von 142:69 zugunsten von Deutschland entstanden.

Pflichtspiele haben die beiden Nationen lediglich sieben bestritten: Einmal trafen sie bei Olympia, viermal bei einer WM und zweimal in der Nations League aufeinander. Die vergangenen beiden Begegnungen fanden in der Nations League Gruppenphase 2020/21 statt. Die Spiele im September und Oktober 2020 endeten 1:1 beziehungsweise 3:3 unentschieden.


Faktencheck

Trainer: Murat Yakin
EM-Teilnahmen: 1996, 2004, 2008, 2016, 2021
Europameistertitel: /
Platzierung bei letzter EM-Teilnahme: Viertelfinale
Weltranglistenplatz: 19
Marktwert: 301,50 Millionen
Vorrundengegner: Ungarn (15.6., 15 Uhr), Schottland (19.6., 21 Uhr), Deutschland (23.6., 21 Uhr)
EM-Quartier: Waldhotel Stuttgart in Stuttgart