Detmold/Woluwe-Saint-Lambert. Mit einer Gedenkstunde ist unlängst der 38 belgischen Militärangehörigen gedacht worden, die bei einem Flugzeugabsturz vor 60 Jahren in der Senne ums Leben gekommen waren.
Der stellvertretende Bürgermeister der Stadt Detmold, Helmut-Volker Schüte, legte einen Kranz am Ehrenmal nieder, das in Woluwe-Saint-Lambert, einer Gemeinde in der Hauptstadtregion Brüssel, an die Katastrophe erinnert.
Am 26. Juni 1963 war auf dem Militärflughafen Melsbroek bei Brüssel ein Transportflugzeug mit 42 Fallschirmjägern der belgischen Armee und fünf Besatzungsmitgliedern an Bord gestartet. Eigentlich sollten die Männer einen Übungssprung bei Geseke absolvieren, aufgrund der Wetterlage wurde das Flugzeug aber zum Militärflugplatz nach Gütersloh umgeleitet.
Zu der Zeit übte in der Senne eine Einheit der britischen Welsh Guards das Schießen mit Granatwerfern. Als sich das Flugzeug über dem Truppenübungsplatz befand, traf eine Granate, die noch nach dem offiziellen Ende der Übung verschossen worden war, eine Tragfläche. Die Maschine geriet in Brand und stürzte über der Senne ab. Lediglich neun Fallschirmjäger konnten das Flugzeug noch in der Luft verlassen, 38 Menschen überlebten das Unglück nicht.
Auf eine Einladung aus Belgien hin nahm der stellvertretende Detmolder Bürgermeister Helmut-Volker Schüte an der Gedenkfeier teil, die von rund 600 Menschen verfolgt wurde. Er legte einen Kranz an dem Ehrenmal nieder, den Schulkinder dorthin getragen hatten.
Auch wenn sich der Absturz nahe Sennelager ereignete, wird in der belgischen Geschichtsschreibung über das Geschehen immer von dem Unglück „bei Detmold“ gesprochen. Deshalb war ein Vertreter der Stadt Detmold zu der Gedenkfeier eingeladen worden. Der Rat hatte der Entsendung des stellvertretenden Bürgermeisters einstimmig zugestimmt. (lwz)