Ausstellungen und Reisen: Lippische Gesellschaft für Kunst präsentiert Jahresprogramm 2024

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Auch in diesem Jahr haben die Mitglieder der LGfK erneut ehrenamtlich einen spannenden Ausstellungszyklus organisiert: (von links) Bernhard Grote, Karin Strate, Sigrid Verlemann-Müller, Wolfgang Kessler und Joachim Kleinmanns. Foto: Annette Schäfer

Kreis Lippe. „Altes schätzen und Neues wagen“ – so ließe sich das diesjährige Ausstellungsprogramm der Lippischen Gesellschaft für Kunst (LGfK) übertiteln. Es ist das erste Jahresprogramm unter dem Vorsitz von Sigrid Verlemann-Müller, die im vergangenen Jahr einstimmig von der Mitgliederversammlung der LGfK ins Amt gewählt wurde und die Vorstandsvorsitzende Almut Schmersahl ablöst.

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Verlemann-Müller setzt mit den durch den Beirat ausgewählten Ausstellungen auf ein vielfältiges Kunstprogramm mit arrivierten Künstlerpersönlichkeiten und jungen Nachwuchstalenten, aus altbewährten wie auch neuen Ausstellungsformaten und Orten sowie Kooperationspartnern.

Lippes ältester und größter Kunstverein bietet zwischen dem 28. April und 15. Dezember fünf Ausstellungen mit Malerei, Skulptur und Konzeptkunst zeitgenössischer Künstler. Vier davon finden in Detmold, die fünfte Ausstellung in Lemgo statt. Zusätzlich initiiert die LGfK zwei Kunstreisen, Kunstverkauf und einen Poetry-Slam.

„Nach 50 Jahren wird es auch in Zukunft mit dem Kunstverein weitergehen. Wir haben ein sehr gutes Netzwerk und großartige Kooperationspartner“, resümiert Verlemann-Müller. Vor zwei Jahren beging die LGfK ihr 50-jähriges Jubiläum. Ein Grund zu feiern, aber auch eine Möglichkeit, sich über die Zukunft des Vereins Gedanken zu machen.

Verlemann-Müller und auch die übrigen Vereinsmitglieder sind sich einig, dass man sich über jüngere Mitglieder im Verein freuen würde. Sich gemeinsam für die Bildende Kunst zu engagieren und damit der Region Lippe ausgewählte Ausstellungen mit zeitgenössischer Kunst zu bieten, ist allen ehrenamtlich tätigen Mitgliedern des Kunstvereins eine Herzensangelegenheit.

Altbewährt finden auch in diesem Jahr drei der Kunstausstellungen der LGfK in den ehemaligen Küchenräumen des Detmolder Schlosses statt. Den Auftakt bildet die Ausstellung mit Werken der Künstlerin Simone Lucas ab Sonntag, 28. April. In ihrer figurativen, gegenständlichen und zugleich freien Malerei entwickelt die an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Dieter Krieg studierte Künstlerin poetische (Kinder)Welten.

„Dazu gehören nicht nur die freie Natur, sondern auch die Systeme der Erwachsenen, die in Schulen den Kindern vermittelt werden“, beschreibt Wolfgang Kessler die Werke. Der selbst bildende Künstler hat als Projektbeauftragter der LGfK und als dessen Beiratsmitglied die verantwortliche Leitung dieser Ausstellung übernommen.

Ab dem 16. Juni sind Portrait- und Landschaftsmalereien von Sebastian Herzau zu sehen. „Es sind weniger konkrete Landschaften, sondern eher Landschaftseindrücke und Verfremdungen der Realität. Faszinierend“, beschreibt Joachim Kleinmanns, der die Ausstellung federführend für den Kunstverein organisiert.

Mit der dritten Ausstellung ab dem 15. September haben Sigrid Verlemann-Müller und Karin Strate, passionierte Kunstliebhaberin und langjähriges Beiratsmitglied, eine Rarität nach Detmold geholt: Die gebürtige Soesterin Swaantje Güntzel, die lange Zeit auch in Detmold lebte.

„Wir verdanken es dem persönlichen Kontakt zur Familie, dass wir diese sehr gefragte Künstlerin nach Detmold holen konnten“, erläutert Strate. Güntzels Malereien bewegen sich an der Schwelle zur Wissenshaft und zeigen die Veränderung der naturgegebenen Landschaft durch den massiven Eingriff des Menschen: Plastikmüll in Ozeanen, Auswirkungen des Klimawandels auf die Natur.

Parallel zur Ausstellung im Schloss zeigt die LGfK ab dem 30. Juni Skulpturen der renommierten Künstlerin Eva Berendes im Lippischen Landesmuseum und knüpft damit an eine aus dem Jubiläumsjahr entstandene wertvolle Kooperation mit dem Landesmuseum an.

In Kooperation mit dem Literaturbüro OWL initiiert der Kunstverein parallel zur Ausstellung am 25. August einen Poetry-Slam, der sich mit den Werken von Eva Berendes auseinandersetzt. „Wir starten damit ein Experiment und wollen über das neue Format, auch ein jüngeres Publikum ins Museum einladen“, erläutert Bernhard Grote, der sich als Beiratsmitglied der LGfK für diese Ausstellung ehrenamtlich einsetzt.

Die fünfte und letzte Ausstellung des Kunstjahres 2024 ist wie gewohnt für die städtische Galerie Eichenmüllerhaus in Lemgo vorgesehen. Sie widmet sich ab dem 10. November dem Kunstnachwuchs; Wolfgang Ellenrieder, seit 2010 Professor für Malerei an der Kunsthochschule Braunschweig, stellt mit seinen Studenten aus. Unter dem von der Klasse selbstgewählten Titel „Bilder, die auf Stühlen stehen“ dürfte die Ausstellung einen kreativen Umgang mit dem gängigen Ausstellungsformat in Ausblick stellen.

Auch werden in diesem Jahr wiederum zwei Kunstreisen angeboten. Am 11. Mai führt der Weg zur Retrospektive „Bilder im Kopf, Körper im Raum“ von Franz Erhard Walther in der Bundeskunsthalle Bonn und zur Romanischen Doppelkirche Schwarzrheindorf. Anmeldungen – auch für nicht Vereinsmitglieder – sind über die Webseite oder die Anmeldeformulare möglich, die im Ausstellungsraum im Detmolder Schloss ausliegen.

Am 17. November eröffnet die bekannte etwa dreiwöchige „Jahresgabenausstellung“ im Detmolder Sommertheater, zu der ausgesuchte Kunstobjekte aktuell und in den vergangenen Jahren gezeigter Künstler zu moderaten Preisen erworben werden können.

Die Ausstellungseröffnungen finden jeweils sonntags, ab 11.30 Uhr statt. Öffnungszeiten des Ausstellungsraumes im Detmolder Schloss sind dienstags bis donnerstags 11 bis 13 Uhr und 14 bis 18 Uhr sowie freitags bis sonntags 11 bis 18 Uhr. Die Ausstellung „Eva Berendes“ kann zu den regulären Öffnungszeiten des Lippischen Landesmuseum besucht werden, dienstags bis freitags 10 bis 18 Uhr, Samstag und sonntags 11 bis 18 Uhr.

Das Eichenmüllerhaus in Lemgo ist donnerstags bis sonntags in der Zeit von 10 bis 13 Uhr und 13.30 bis 18Uhr für Kunstbesucher geöffnet. Der Eintritt zu allen Ausstellungen ist frei. Weitere Informationen, Abmeldung zur Kunstreise gibt’s auf der Homepage der Gesellschaft. (lwz)