Niederlage in Stuttgart: TBV fehlt im Saisonfinale die letzte Kraft

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Symbolbild. Foto: Adobe Stock

Lemgo. Der TBV Lemgo Lippe hat die Saison 2023/24 mit einer Auswärtsniederlage beendet. Am 34. Spieltag der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga sah gegen den TVB Stuttgart lange alles danach aus, dass das Team von TBV-Trainer Florian Kehrmann seinen fünften Erfolg in der Fremde feiern könnte – doch im zweiten Abschnitt ging den Lemgoer Handballern die Puste aus. Die Begegnung in der Stuttgarter Porsche-Arena endete schließlich mit einer knappen 27:29 (13:9)-Niederlage.

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Beim Abschlusstraining hatten die Lipper am Samstag noch Besuch von einem alten Bekannten bekommen: Weltmeister und TBV-Pokalheld Gedeón Guardiola stattete seinen ehemaligen Teamkollegen eine kurze Stippvisite ab, ehe sich der TBV-Tross gegen 13 Uhr auf die gut 460 Kilometer lange Auswärtsfahrt begab. Mit an Bord waren auch Frederik Simak, Jan Brosch und Thomas Houtepen, welche mit ihren Verletzungen jedoch weiterhin nur zuschauen konnten. Stattdessen schickte Kehrmann zunächst Urh Kastelic, Samuel Zehnder, Emil Laerke, Tim Suton, Nicolai Theilinger, Leos Petrovsky und Bobby Schagen ins Rennen.

Los geht’s: Vor ausverkaufter Kulisse erwischten die Stuttgarter zunächst einen guten Start in die Begegnung, konnten durch Rückraumtreffer von Adam Lönn (1., 0:1) und Kai Häfner (2., 0:2) schnell in Führung gehen. Doch der TBV behielt die Ruhe und drehte das Spiel in der Folge erfolgreich in seine Richtung. Erst setzte Suton seine Mitspieler zweimal glänzend in Szene (6., 2:2), dann begann die Laerke und Kastelic-Show. Mit seinem bereits dritten Treffer erzielte der Däne Laerke nach elf Minuten die 6:4-Führung für Lemgo.

Zu diesem Zeitpunkt hatte TVB-Keeper Silvio Heinevetter noch keinen Finger an den Ball bekommen. Ganz anders sah es auf der Gegenseite aus, wo Kastelic das Lemgoer Tor im ersten Abschnitt nahezu vernagelte. Als Theilinger nach einem technischen Fehler der Hausherren zur 7:4-Führung (12.) traf, hatte TVB-Trainer Michael Schweikhardt genug gesehen und forderte in einer Auszeit mehr Härte in der Abwehrarbeit seines Teams. Doch die Wirkung blieb zunächst aus. Die Lipper konnten weiter munter ihre Kreise ziehen und Petrovsky erhöhte nach 16 Minuten auf 10:5.

In der Folge verlor der TBV jedoch seine Kaltschnäuzigkeit vor dem TVB-Tor, ließ einige gute Chancen liegen und verpasste es seine deutliche Überlegenheit in eine noch höhere Führung umzumünzen. Mit seiner zehnten Parade (Paradenquote: 53%) sorgte Kastelic mit dem Pausenpfiff dennoch dafür, dass sein Team mit einem knappen 13:9-Vorsprung in die Kabine gehen konnte.

Zweiter Abschnitt: Zum Start der zweiten Halbzeit sah zunächst vieles danach aus, als könne der TBV seinen Stiefel weiter runterspielen. Kastelic ließ Parade elf und zwölf auf sein Konto wandern, während Suton vorne mit einem Durchbruch die Vier-Tore-Führung wiederherstellte (38., 18:14). Doch der TVB ließ sich im Saisonfinale zu keinem Zeitpunkt abschütteln und steigerte nun seine Wurfeffektivität. Vor allem der quirlige Hanusz stellte die Lemgoer Abwehr nun immer häufiger vor Probleme. Und vorne? Dort ließen die Lipper weiterhin beste Chancen ungenutzt. Nachdem Zehnder den Ball von Außen am Stuttgarter Tor vorbeisetze (45., 20:18), schaltete der TVB blitzschnell um und sorgte in Person von Häfner für den 19:20-Anschlusstreffer. Nach einem misslungenen Anspiel von Versteijnen auf Hübke, war es dann Zieker, der den Ball im Gegenstoß zur ersten TVB-Führung seit der fünften Minute im Lemgoer Tor unterbrachte (49., 21:22).

Der TBV stemmte sich mit allen verbliebenen Kräften gegen das Momentum und die drohende Niederlage. Petrovsky tankte sich in der 53. Minute noch einmal durch und sorgte für das 23:23-Unentschieden. Immer mehr zum Faktor wurde nun jedoch auch Heinevetter, welcher mit einer weiteren wichtigen Parade den Weg zur 25:27-Führung seines Teams ebnete (56.). Lemgo hingegen sollte hingegen ab der 38. Minute keine weitere Parade vergönnt sein. Als sich 60 Sekunden vor dem Ende beim Stand von 26:27 dennoch noch einmal die Chance auf den Ausgleich bot, landete der Pass von Suton in den Händen von Lönn, welcher aufs leere Tor zur Vorentscheidung traf. Endgültig den Deckel drauf setze wenige Sekunden vor dem Ende Marino Maric, welcher einen irregulären Treffer zum 27:29-Endstand erzielte.

Durch die Niederlage verpasst der TBV zum Ende der Spielzeit den Sprung auf Tabellenplatz neun und beendet die Saison 2023/24 mit 28:40-Punkten auf Rang zehn. Für die Spieler des TBV Lemgo Lippe beginnt nun die freie Zeit, ehe ab dem 1. Juli die Vorbereitung auf die Saison 2024/25 startet.

Die Stimme zum Spiel von Florian Kehrmann: „Wir haben hier heute noch einmal alles reingeworfen und bis zur letzten Sekunde dagegenhalten. In der ersten Halbzeit haben wir sehr gut Abwehr gespielt, sind mit einer verdienten Führung in die Pause gegangen, haben dann aber leider Gottes überhaupt nicht mehr in unser Abwehrspiel gefunden. Dadurch waren wir immer drauf angewiesen vorne zu treffen. Mit zunehmender Dauer hat dann irgendwann auch die Kraft gefehlt. Da hat sich das Fehlen von Jan Brosch und Frederik Simak bemerkbar gemacht. Insgesamt kann ich den Jungs heute keinen Vorwurf machen. Bis zur letzten Aktion ist es ein enges Spiel, bei dem wir einen Punkt mitnehmen können. Hut ab! Nun geht es in den Urlaub, wo sich alle hoffentlich gut erholen, um in der nächsten Saison wieder voll angreifen zu können.“


TVB Stuttgart: Heinevetter (10 Paraden), Vujovic; Villalobos, Fernandez (1), Hanusz (6), Lönn (6), Ivankovic (1), Röthlisberger, Nicolaus, Forstbauer (1), Zieker (3), Pfattheicher (1), Maric (2), Häfner (4), Slaninka (1)

TBV Lemgo Lippe: Zecher, Kastelic (12 Paraden); Hutecek (3) Theilinger (1), Zehnder (5/4), Battermann, Laerke (5), Schagen, Carstensen (1), Suton (2), Zerbe, Versteijnen (1), Hübke, Petrovsky (6)