EHF European League: HSG Blomberg sichert sich Gruppensieg

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Zoe Ludwig ist eine der Spielentscheiderinnen beim Heimsieg der HSG. Foto: Timon Peters

Blomberg/Lemgo. Dass die HSG Blomberg-Lippe ihre Debüt-Gruppenphase in der EHF European League entspannt mit der letzten Partie gegen Motherson Mosonmagyarovari KC als fester Viertelfinalist beenden kann, ist eine der Überraschungen der bisherigen Saison.

Im Rückspiel in der Phoenix-Contact-Arena sicherten sie sich nicht nur den fünften Sieg in sechs Gruppenspielen, sondern auch den ersten Tabellenplatz. Beste Werferin beim 33:28 Sieg war Laetitia Quist mit elf Toren.

Schwierige erste Halbzeit in Lemgo

Ohne das Trio Marie Michalczik, Amber Verbraeken und Díana Dögg Magnúsdóttir, aber mit Maxi Mühlner und Laetitia Quist bestritt die HSG das letzte Spiel der Gruppenphase. Letztere schickte der Cheftrainer Steffen Birkner, anders als beim Bundesligaspiel gegen den VfL Oldenburg, von Beginn an in die Partie. Außerdem starteten Ona Vegué, Nieke Kühne, Ida Hoberg, Judith Tietjen sowie Laura Rüffieux und Zoe Ludwig, die beim Viertelfinaleinzug in Dijon ein starkes Spiel gezeigt hatte.

Nach ihrer Knieverletzung aus dem Heimspiel gegen Neckarsulm netzte Quist direkt doppelt am Samstagabend in Lemgo ein. Das ungarische Team aus Mosonmagyarovar zeigte vor mehr als einem Monat eine kämpferische Leistung in der heimischen Halle und hielt in den ersten Spielminuten auch in ihrem Auswärtsspiel gut mit.

Auf die HSG-Tore trafen sie umgehend selbst, sodass immer wieder der Ausgleich erzielt wurde. Eine körperlich starke Abwehr brachte die HSG gleich zweimal ins Zeitspiel, die über Quist im darauffolgenden Angriff zwar das 4:4 erzielte, Zsófia Stranigg aber ins Tempo kam und Sekunden später MKC wieder in Führung brachte. Ludwig parierte im Siebenmeterduell gegen Stranigg und verhinderte damit sogar den Rückstand von drei Toren.

Doch dann scheiterte erst Tietjen, dann Vegué am Pfosten, sodass Mosonmagyarovar zum Zug kam und die Chancen ausnutzte, um auf das 6:9 davonzuziehen. Bei ihrem dritten Treffer machte es Tietjen gleich zweimal besser, überwand Carolin Martins und stellte den Anschluss an den bereits ausgeschiedenen Tabellenvierten wieder her. Laut wurde es in der EHF-Heimspielstätte der HSG, als Vegué per Gegenstoß den Ausgleich erzielte und auch der eingewechselten Melanue Halter keine Chance zur Parade gab.

Ganz anders sah dies bei Zoe Ludwig aus. Die Torhüterin im Blomberg-Trikot war ein ums andere Mal die Endstation für die Würfe von Gabriella Tóth und Co. Die Führung wechselte nach einem 5:0-Lauf die Seite, als erst mit dem Siebenmetertreffer, dann über die Außenbahn zum 11:9 getroffen werden konnte. Mit ordentlich Wurfgewalt von Quist traf sie in ihrem Comeback-Spiel immer wieder und distanzierte die Gäste kurzzeitig auf vier Tore. Ines Ivancok-Soltic verkürzte 40 Sekunden vor der Pause auf zwei Tore. Mit einer 15:13-Führung gingen die Blombergerinnen in die Kabine.

Endstation: Zoe Ludwig

Fehler in den Anfangsminuten kosteten der HSG die Pausenführung, wobei Ludwig mit der Parade gegen Falusi-Udvardi Schlimmeres verhinderte. Quist knüpfte an ihre Leistung aus der ersten Hälfte nahtlos an, als sie zum achten Mal erfolgreich war und die Führung für die Blombergerinnen wiederherstellte. Immer wieder ging der Abschluss in der Offensive über die Linkshänderin, doch das Spiel bewegte sich nach dem wachen Start des ungarischen Teams zu Beginn der Halbzeit komplett auf Augenhöhe.

Im Zusammenspiel mit der Defensive, Zoe Ludwig und dem Torpfosten kämpfte sich der EHF-Debütant aus den schwierigen ersten Minuten der zweiten Hälfte heraus und zog über die Tore von Jacobsen, Mühlner und Vegué auf vier Tore beim 22:18 davon. Das Pfostenpech der HSG hatte nun auch die Gäste aus Ungarn erwischt. Eine hektische Phase mit gleich zwei Treffern ans Aluminium, jeweils einem von Kühne und Emilia Varga, beendete Pipy Wolfs mit einem Heber.

Mit dem Gegenstoßtor von Ivancok-Soltic war Mosonmagyarovar wieder auf Tuchfühlung mit den Hausherrinnen, und der Puffer von vier Toren fast aufgebraucht. Wenn eine am Abend in Lemgo gar keine Nerven zeigte, war das Laetitia Quist. 11 Mal ließ ihr Wurf das Tornetz wackeln und die 1223 Fans jubeln. Eine Viertelstunde vor dem Ende des sechsten Gruppenspiels verwandelte Vegué ihren zweiten Strafwurf mindestens genauso sicher wie den ersten. Und plötzlich war die Führung mit vier Toren wiederhergestellt. Auch Tietjen schien einen fast perfekten Abend in Lemgo zu zeigen, als sie den Ball an Halter vorbei ins Tor brachte.

Alexia Hauf trug sich Minuten vor der Crunchtime in die Torschützinnenliste ein und traf mit dem Gegenstoß zum 27:23. Noch einmal ließen die Blombergerinnen die Ungarinnen nicht an einem erneuten Führungswechsel schnuppern und distanzierten den Tabellenletzten durch Vegués Siebenmeter auf sechs Tore. Beim Abpfiff konnte sich die HSG damit nicht nur über den 33:28-Heimsieg, sondern auch über den sicheren ersten Platz in der Gruppe C freuen. Damit trifft die HSG im Viertelfinale auf den spanischen Klub Super Amara Bera Bera.


Aufstellungen

HSG Blomberg-Lippe: Ludwig, Veith; Rüffieux (1), Jacobsen (1), Quist (11), Frey, Kühne (2), Hoberg (3), Rajes, Vegué (7), Jaron, Mühlner (1), Tietjen (5), Hauf (2)

Motherson Mosonmagyarovari KC: Martins, Horváth, Halter; E. Tóth, Varga (1), Albek (3), Falusi-udvardi, Kukely (1), Farago, Wolfs (5), Magyar, Molner, Ivancok-Soltic (7), Stranigg (3), G. Tóth (8)