Begeisterte Vorschulkinder: „Forschertag“ im Lagenser Familienzentrum Maßbruch

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Bastian Bröckling und sein Sohn Thilo haben es geschafft: Der Stromkreis ist geschlossen und die Glühbirne leuchtet. Fotos: Yves Brummel

Lage. Wie wird das Unsichtbare sichtbar? Mit dieser Frage beschäftigten sich 40 neugierige Vorschulkinder im Alter von fünf bis sechs Jahren am diesjährigen „Forschertag“ im Familienzentrum Maßbruch in Lage. An drei spannenden Stationen tauchten die jungen Entdecker an zwei Donnerstagen (27. März und 3. April) in die Welt der Wissenschaft ein.

Initiiert wurde das freudige Experimentieren von den beiden Erzieherinnen Antje Kronig und Marita Josuweit sowie Bastian Bröckling, selbst Vater und Ausbildungsleiter bei Phoenix Contact. Unter ihrer Aufsicht avancierten jeweils 20 Kinder pro Tag, aufgeteilt in kleine Gruppen, zu großen Forschern. Zudem übernahm der Förderverein des Familienzentrums Maßbruch einen Teil der Materialkosten.

Der sechsjährige Aaron bastelt gemeinsam mit Erzieherin Antje Kronig fleißig daran, sein Experiment zu vollenden.

Anregungen hatten sich die drei unter anderem aus einer Forscherkiste geholt, die Phoenix Contact im Vorjahr auch an das Familienzentrum Maßbruch verteilt hatte. Darin enthalten sind Forschungsmaterialien, unter anderem der selbst illustrierte Comic „Forschen mit Mara und Felix“, der Ideen für spannende Experimente liefert.

Drei Stationen – ein Ziel: Neugier wecken

Der Startschuss zum „Forschertag 2025“ erfolgt indes am Morgen: An der ersten Station untersuchen und vergrößern die Kinder, ausgerüstet mit Lupen und Handmikroskopen, unter anderem ihre eigenen Haare, kleine Kriechtiere und weitere Objekte, die ihnen in die Finger geraten.

1.000-fach vergrößert: Ein Wollfaden unterm Mikroskop.

An der zweiten Station lernen sie, welche Gegenstände Strom leiten und wie ein Stromkreis funktioniert. Schließlich können sie das kurz zuvor erworbene Wissen anwenden und als Höhepunkt des Tages selbst einen Stromkreis bauen. Mittels Kupferfolienband, einer Batterie und einem Schalter aus Pappe gilt es, eine ebenfalls in den Stromkreis integrierte Glühbirne zum Leuchten zu bringen.

Beim „Forschertag“ im Familienzentrum Maßbruch in Lage bauen Kinder einfache Stromkreise mit Kupferfolienband, einer Batterie, einem Schalter und einer Glühbirne. Zudem nehmen sie mittels Mikroskops zahlreiche Objekte unter die Lupe.

Jan (6) bewältigt die Aufgabe in nur zehn Minuten. „Ich hatte erst keinen Strom, habe dann eine zweite Schicht Kupferband draufgeklebt und dann hat es funktioniert“, berichtet er stolz. Einen kleinen Vorteil hat er gegenüber den meisten anderen Kindern: Sowohl er als auch sein Vater sind technikbegeistert und auch handwerklich geübt. Stromkreise hatte Jan zuvor allerdings noch nicht gebaut. „Es hat aber sehr viel Spaß gemacht“, betont er.

Dass Technik auch ihre Tücken hat, erlebt kurz darauf Ariane: Ein Kurzschluss legt ihren Stromkreis lahm, doch Bastian Bröckling springt umgehend helfend ein und rettet den Tag der Sechsjährigen.

Bastian Bröckling und sein Sohn Thilo haben es geschafft: Der Stromkreis ist geschlossen und die Glühbirne leuchtet.

Dass nicht alles perfekt läuft, war aber zuvor einkalkuliert worden. „Wir möchten das freie, ergebnisoffene Forschen fördern und den Kindern die Möglichkeiten geben, sich mit Themen zu beschäftigten, mit denen sie zu Hause nicht unbedingt in Berührung kommen“, erklärt Antje Kronig und ergänzt: „Es muss daher nicht alles glatt ablaufen – es geht ums Ausprobieren.“

Vertieft in ihr Experiment sind auch Aaron (6) und der gleichaltrige Thilo, der Sohn von Bastian Bröckling. Zunächst möchte die Lampe bei den beiden noch nicht leuchten, doch die helfenden Hände der Erwachsenen bringen kurz vor Schluss auch dort ein erhellendes Ergebnis.

„Forschertag“ mit Zukunft

Neben den drei großen Forschern begleitet auch Stoffeule „Inga“ die jungen Naturwissenschaftler durch den Tag. Dabei beobachtet sie, wie die Kinder, ausgestattet mit einem Forscherausweis, auf dem sie für jede gemeisterte Aufgabe einen Stempel erhalten, mit Eifer bei der Sache sind.

Die Materialien liegen bereit: Das Stromkreisbauen kann beginnen.

Am Ende des Tages bekommen alle Kinder noch einen „Stromführerschein“. „Der ist so wertvoll wie ein Ausbildungsvertrag“, erklärt Bröckling schmunzelnd und überreicht jedem Kind noch eine Lupe als Geschenk. Das fleißige Forschen solle schließlich auch außerhalb des Aktionstages weitergehen.

In Zukunft soll der „Forschertag“ daher auch häufiger stattfinden. „Bislang haben wir ihn einmal im Jahr ausgerichtet. Diese Frequenz möchten wir erhöhen und auch die Abstände dazwischen verringern“, sagt Antje Kronig. Man habe in diesem Jahr wieder erlebt, wie restlos angetan die Kinder gewesen seien, fügt sie hinzu.

1.000-fach vergrößert: Moos unterm Mikroskop.

Auch Bastian Bröckling zieht ein positives Fazit: „Wir haben heute gelernt, was gut funktioniert – und an welchen Stellen wir uns beim kommenden Mal noch besser vorbereiten müssen.“ Eins ist klar: Begeistert waren am Ende alle – kleine und große Forscher gleichermaßen.