
Lage/St. Johann (Pongau). Was ist da vorgefallen? Man legt doch nicht einfach so mir nichts, dir nichts eine bald 50-jährige Partnerschaft auf Eis. Doch genau dieser Eindruck geht von einer Mitteilung aus, die Bürgermeister Matthias Kalkreuter den neuen Ratsmitgliedern und dem zahlreich erschienenen Publikum in der Aula des Schulzentrums Werreanger vorgestellt hat.
Andreas Hussak beschreibt „Evi Huber“ im Fachmagazin „Kommunal“ als „die Mutige mit Lust auf Veränderung“. Das Magazin mit der Zielgruppe „Entscheiderinnen und Entscheider in österreichischen Gemeinden“ und dem Inhalt „Berichterstattung über kommunalpolitische Themen wie Gemeindefinanzen, Kommunalwirtschaft, rechtliche Fragen, Umwelt, Verwaltungsfragen“ ist das „offizielle Organ des Österreichischen Gemeindebundes“.
„Man muss schon lange suchen, um einen Ortschef in Österreich zu finden, der einen derartig abwechslungsreichen und illustren Lebenslauf vorzuweisen hat, wie Evi Huber“, schreibt Hussak in kommunal.at und beschreibt die 54-jährige Mutter von zwei Kindern als „polyglotte Weltenbummlerin“.
Nach Abschluss der Frisörlehre begann sie bald an der Bar eines Fünf-Sterne-Hotels in St. Johann zu arbeiten, das hauptsächlich amerikanische Time-Share-Touristen beherbergte. So lernte die Teenagerin richtig gut Englisch, und mit 20 Jahren ging sie in die USA. Zuerst als Au-Pair nach New York, später zur Unterstützung einer Familie nach Chicago. Bis heute pflegt sie innige Kontakte zu den Menschen, die sie damals kennenlernte, insbesondere zu ihrer „American Mom“ die mittlerweile 81 Jahre alt ist.
Der Beruf „Frisörin“ sei ihr Kindheitswunsch gewesen, seit sie ihren Puppen die Haare geschnitten hat, berichtet der österreichische Chronist. „Die ersten elf Lebensjahre wuchs die kleine Evi in einer Großfamilie am Bauernhof auf. Die Oma vermietete ein paar Gästezimmer und Evi lief gerne zwischen den Gästen umher und half beim Servieren. Fasziniert davon, woher die weitgereisten Fremden kamen, entwickelte sie die Sehnsucht, auch die weite Welt zu sehen.“
Genau wie ihr deutsches Gegenstück sieht sich Eveline Huber im neuen Gemeinderat einer starken bürgerlich-konservativen Mehrheit gegenüber. Es gibt also durchaus Gemeinsamkeiten. So verfügt die ÖVP (vergleichbar mit der CDU) über 10 Ratssitze, die SPÖ über 9 und die rechtsgerichtete FPÖ über 5 Mandate. Dann gibt’s noch die BBJO (BürgerInnenbewegung St. Johann) mit 1 Mandat. Insgesamt also 25 Sitze im Gemeinderat, nahezu spiegelbildlich zur neuen Zusammensetzung im Lagenser Stadtrat, wenn man die Grünen ausklammert, die es im Gemeinderat von St. Johann nicht gibt.









