Die Protagonisten des offiziellen Spatenstichs an der Brunsheide: (von links) Dirk Puchert-Blöbaum (Bauamtsleiter), Bürgermeister Prof. Dr. Martin Hoffmann, Susanne Knipping (Planerin), Landrat Meinolf Haase, Ministerin Ina Scharrenbach und Regierungspräsidentin Anna Bölling. Foto: Reiner Toppmöller

Leopoldshöhe. Das Bebauungsgebiet Brunsheide hat im Wahlkampf und davor eine große Rolle im politischen Raum gespielt. Es führte zu Protesten und dem gewaltigen Anstieg der Stimmen für die Parteilose Unabhängige Bürgervereinigung (PUB). Davon war unlängst beim Spatenstich jedoch nichts mehr zu sehen.


Keine Proteste, kein Vertreter der Protestler, dafür mit Ina Scharrenbach eine Ministerin, die nicht nur alle Anwesenden mit Handschlag begrüßte, sondern sich auch selbstbewusst in den Bagger setzte, um die erste Schaufel Erde zu bewegen.

Eine taffe Ministerin auf dem Bagger zeigt, was sie kann. Foto: Reiner Toppmöller

Das Projekt Brunsheide ist in der Gemeinde seit dem Jahr 2018 im Gespräch und wird von Bund und Land gefördert, um bezahlbare Mietwohnungen zu schaffen. Das betonte auch Bürgermeister Martin Hoffmann, der anlässlich des Spatenstichs sagte: „Es ist das größte Bauprojekt der Gemeinde. Das Projekt Brunsheide ist so geplant und auch vom Land gefördert worden, dass wir preiswerten Wohnraum in dieser immer noch wachsenden Gemeinde schaffen. Es ist für die Menschen gedacht, die hier im Alter ihre Eigenheime aufgeben, nicht wegziehen wollen, aber auch für Menschen aus Bielefeld, die hierherziehen möchten. Leopoldhöhe hat einen Eigenheimanteil von rund 70 Prozent. Das ist ein großer Flächenbedarf, den wir so nicht mehr vorhalten können. Brunsheide soll auch ein Vorbildcharakter werden für urbanes Dorfleben.“

Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Digitalisierung des Landes NRW, die, wie Landrat Meinolf Haase und Regierungspräsidentin Anna Bölling, zum Spatenstich gekommen war, sagte, dass Leopoldshöhe mit den 70 Prozent Eigenheimanteil weit über dem Durchschnitt in NRW läge.

„Die Überlegung, dass Menschen aus Bielefeld auf das Land ziehen, ist richtig. Die Planung des Gebietes aus Sicht der Architektur und des Klimas ist supermodern. Es ist schön zu sehen, dass die ‚Regionale‘ (Anm. d. Red.: Wirtschaftsförderprogramm der Landesregierung) sich bis heute auswirkt.“

Regierungspräsidentin Anna Bölling sprach von einem Spatenstich der besonderen Art an einem kalten Dezembertag. „Ein Beispiel dafür, dass wir in OWL es anpacken, und ein Paradebeispiel für städtebauliche Entwicklung“, so die Regierungspräsidentin. Landrat Haase sieht in dem Projekt eine gute Werbung für den Kreis und hofft auf viele Nachahmer.

Nach dem offiziellen Spatenstichfoto drängte es Ministerin Scharrenbach dann auf den Bagger. Dort zeigte sie nicht nur keine Scheu, sondern auch, dass sie nicht das erste Mal ein solches Gerät beherrschte. Nach ihrem erfolgreichen Umsetzen von Erde forderte sie auch Bürgermeister Martin Hoffmann auf, es ihr gleichzutun. Bei warmem Punsch und Weihnachtsgebäck ging es im Anschluss noch unter das aufgestellte Zelt.