Einbrecher sind in der Regel nicht zimperlich, wenn sie irgendwo reinwollen. Die Brechstange ist „normales Werkzeug“; es kommen aber auch Gully-Deckel zum Einsatz, wie der folgende Fall zeigt. Hier ein Symbolfoto für die Brechstangen-Methode.

Detmold. Der frische Schnee ver­sprühte in der Nacht zum Dienstag, 6. Januar, weniger Winterro­mantik und geriet mehr zum nüchternen  Ermittlungs­helfer der Polizei. Zwei be­sonders cleveren Jung­dieben wurde er zum eisigen Verhängnis. Statt Spuren zu verwischen, präsentierten sie den Einsatzkräften gleich eine kostenlose Outdoor-Dokumentation ihres Fluchtwegs, inklusive Schuhmodell und Laufrich­tung.


Gegen 2 Uhr meldete ein aufmerksamer Zeuge den Einbruch in einen Kiosk in der Langen Straße. Die Täter entschieden sich dabei für die brachiale „Gulli-Deckel-statt-Schlüssel“-Methode und verschafften sich so Zugang zum Ge­schäft. Beute: Tabakwaren und E-Zigaretten.

Dieses Beweisfoto, dass die beiden jungen Diebe überführt hat, zeigt die Polizei auf ihrem WhatsApp-Kanal.

Planung: offenbar eher so mittel. Denn bei der anschließenden Fahndung mussten die Einsatzkräfte lediglich den Fußspuren im Schnee folgen – quasi GPS auf analog. Als zusätzliche Wegmarkierung ließen die Diebe auch noch Teile ihres Diebesguts fallen. Serviceorientierter geht’s kaum.

In der Marienstraße war die Schnitzeljagd dann beendet: Dort trafen die Beamten auf zwei 18-jährige Jugendliche an einem Fahrzeug, in dem sich praktischerweise sowohl Beute als auch Tatkleidung befanden. Die beiden Jungen wurden vorläufig festgenommen.

Fazit: Schnee lügt nicht, Gully-Deckel sind kein geeignetes Einbruchswerkzeug und Fluchtstrate­gien profitieren von etwas mehr Weitsicht. Das Krimi­nal­­kommissariat 6 ermittelt nun wegen schweren Dieb­stahls. Das Auto wurde sicher­gestellt – und der Winter hat erneut bewiesen, dass er alles andere als gnädig ist. Jedenfalls nicht gegenüber Kriminellen.