Kreis Lippe. 43 Unternehmen in Lippe haben laut dem Statistischen Landesamt IT.NRW von Juli bis September 2025 beim Amtsgericht Detmold einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt.
„In den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres haben insgesamt 93 Unternehmen Insolvenz beantragt. Das entspricht einem Anstieg um 41 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Zuletzt gab es in Lippe 2015 so hohe Insolvenzzahlen“, zeigt sich Svenja Jochens, Hauptgeschäftsführerin der Industrie- und Handelskammer Lippe zu Detmold (IHK Lippe) besorgt.
„Aus unserer Sicht wird die Zahl der Insolvenzen auch erst einmal nicht zurückgehen. Die Unsicherheit ist groß, es gibt nur verhaltenes Vertrauen in die Lösungen“, betont Jochens und hofft auf einen Stimmungsumschwung im neuen Jahr.
Zum Vergleich: Im dritten Quartal 2025 haben die nordrhein-westfälischen Amtsgerichte insgesamt 1.742 Unternehmensinsolvenzen gemeldet (plus 19,2 Prozent) – ebenfalls der höchste Stand in NRW seit zehn Jahren.
„Die anhaltend schwache Konjunktur, vergleichsweise hohe Kosten sowie Handelshemmnisse führen dazu, dass bei vielen Betrieben die Liquidität schwindet. Vielen Betrieben zieht es förmlich den Boden unter den Füßen weg“, erläutert Timm Lönneker, Referent der IHK Lippe, und ergänzt: „Im bundesdeutschen Schnitt verursacht jede Firmeninsolvenz einen Schaden von zwei Millionen Euro. Und neben Forderungsausfällen und Arbeitslosigkeit gehen mit jeder Unternehmenspleite auch Know-how und Innovationskraft verloren.“
Die meisten der 43 betrieblichen Insolvenzanträge in Lippe kommen aus dem Baugewerbe (zehn; Vorjahr: neun), gefolgt vom Wirtschaftsbereich Handel, Instandhaltung und Reparatur von KFZ mit acht Insolvenzfällen (Vorjahr: vier).
Neben den Unternehmen beantragten 98 weitere Schuldner die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens (Vorjahr: 65; plus 50,8 Prozent). Dabei handelte es sich in 74 Fällen um Verbraucherinsolvenzen (Vorjahr: 37; plus 100 Prozent). Es waren aber auch 14 ehemals Selbstständige betroffen (Vorjahr: 15).









