
Blomberg. Wo Tempo 70 geboten ist auf glatter Fahrbahn 108 kmh fahren? Auf so eine Idee kam eine BMW-Fahrer, der auf der B1 in Höhe der Abfahrt Pyrmonter Straße am Mittwoch bei einer Verkehrskontrolle gemessen wurde. Ein Team der Polizeiwache Blomberg führte dort eine etwa zweistündige Verkehrüberwachung durch. Eigentlich wollten die Beamten nur schauen, ob sich alle brav an die Regeln halten. Spoiler: Taten sie nicht.
Trotz Schnee, Eis und eindeutig winterlicher Stimmung schien für viele Verkehrsteilnehmer das Motto von Markus aus dem Jahr 1982 zu gelten: „Glätte? Egal. Ich geb Gas, ich will Spaß.“
15 Fahrer wurden direkt vor Ort aus dem Verkehr gezogen und durften sich über eine Ordnungswidrigkeitenanzeige wegen zu hoher Geschwindigkeit freuen. Die erlaubten 70 km/h wurden dabei von deutlich mehr Fahrzeugen ignoriert, als der Winterdienst Schnee räumen kann.
Den inoffiziellen „Goldpokal des Tages“ sicherte sich ein 36-jähriger Blomberger mit seinem 3er BMW, der mit sportlichen 108 km/h unterwegs war – offenbar im festen Glauben, dass sein Fahrzeug mit Winterreifen automatisch auch Winterphysik aushebelt.
Doch Geschwindigkeit war nicht das einzige Thema: Ein Autofahrer wurde beim Handygebrauch am Steuer erwischt – vermutlich auf der Suche nach dem nächsten Glättebericht oder dem besten Ausweichmanöver.
Gleich 15-mal musste außerdem wegen falschen Abbiegens ein Verwarngeld verhängt werden. Statt den vorgesehenen Beschleunigungsstreifen zu nutzen, entschieden sich einige Fahrer für die Variante „Direkt rüberziehen und hoffen, dass nichts kommt“. Spoiler Nummer zwei: Das geht oft schief.
Besonders beliebt war auch das kreative Interpretieren des Stoppschildes. Die Polizei stellt klar: „Stopp“ heißt „anhalten“. Ja, für einen Moment stehen bleiben. Nicht abbremsen, nicht rollen, nicht kurz grüßen – stehen bleiben. Punkt.
Zum Abschluss noch der pädagogische Teil: Auf allen lippischen Straßen ist aktuell mit Schnee- und Eisglätte zu rechnen. Wer sicher ankommen möchte, sollte das Tempo anpassen, ausreichend Abstand halten, Licht einschalten, freie Sicht gewährleisten und vor allem: etwas mehr Zeit einplanen. Denn Eile ist im Winter ein schlechter Beifahrer.



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