
Lage/Laage. Die Städte Lage und Laage verbindet vor allem der Name; erst auf den zweiten Blick merkt man, dass im Norden einfach ein „a“ mehr los ist. Merksatz: Im Norden denkt man eben großzügig – auch bei der Nutzung von Vokalen. Dafür verwenden die Nordmenschen zur Begrüßung gern ein knappes „Moin“, was nicht „Guten Morgen“ bedeutet und was man deshalb logischerweise den ganzen Tag über sagen kann.
Die Stadt Laage liegt in Mecklenburg-Vorpommern, genauer gesagt im Landkreis Rostock, südöstlich der Hansestadt Rostock, bekannt durch den dortigen Regionalflughafen (Flughafen Rostock-Laage).
Schon im Juni dieses Jahres war eine Delegation aus dem rund 6.500 Einwohner starken Laage mit zwei a! auf Einladung von Bürgermeister Matthias Kalkreuter zum Schützenfest nach Lage mit nur einem a gereist. Nach 35 Jahren Funkstille seit dem Fall der Mauer – deutsche Städtepartnerschaften zwischen „hüben und drüben“ hatten im Zeitalter der deutschen Teilung die wichtige Funktion, Deutsches zusammenzuhalten – war schnell klar: Die Chemie stimmt wieder. Auch ohne Mauer. Denn die Lagenser Stadtführung hat inzwischen begriffen, dass Partnerschaften gepflegt werden müssen, wenn sie nicht einschlafen sollen. Bereits im Sommer herrschte deshalb große Einigkeit: Aus diesem Wiedersehen könnte eine echte Städtefreundschaft werden. Bürgermeisterin Christin Zimmermann ließ deshalb keine Zeit ungenutzt vergehen und lud die Lipper kurzerhand zum Gegenbesuch nach Laage ein.
Eine hochkarätig besetzte achtköpfige Delegation unter Leitung von Bürgermeister Matthias Kalkreuter machte sich auf den Weg nach Mecklenburg – vermutlich mit der festen Absicht, sich das zusätzliche „a“ einmal persönlich anzuschauen. Mit dabei waren Vertreter aus Politik und Verwaltung, der Freiwilligen Feuerwehr Lage, der AWO und des Lagenser Partnerschaftsvereins.

Vor Ort hatte Bürgermeisterin Christin Zimmermann ein Programm vorbereitet, das keine Wünsche offenließ: Schulbesuch, offizieller Empfang im Rathaus, adventlicher Markt, Ostseeluft in Warnemünde und ein Abstecher zum Fliegerhorst des Taktischen Luftwaffengeschwaders 73 „Steinhoff“. Das unangefochtene Highlight: ein Flug im Eurofighter-Simulator – der einzige Moment der Reise, in dem man schneller unterwegs war, als die Polizei erlaubt.
Beeindruckt zeigten sich die Gäste von der Infrastruktur, der Gastfreundschaft und dem großen bürgerschaftlichen Engagement in der gesamten Stadt. Ob Rathaus, Markt oder beim traditionsreichen „Baum anbrennen“ – überall war spürbar: In Laage brennt nicht nur der Baum, sondern auch das Herz.
Bürgermeister Kalkreuter fasste die Eindrücke treffend zusammen und dankte herzlich für die freundliche Aufnahme. Die Reisegruppe war sich am Ende einig: Wir kommen gern wieder – und freuen uns schon jetzt auf das Wiedersehen im lippischen Lage.









