
Leopoldshöhe. Die Fraktion „Bürger für Leopoldshöhe“ (BFL) will die geplante Schließung der Kindertageseinrichtung Greste nicht im Schnellverfahren beschließen lassen. Für die Ratssitzung am 22. Januar haben die BFL beantragt, das Thema zunächst in den zuständigen Fachausschuss für Bildung und Kultur zu verweisen.
Aus Sicht der BFL geht die Entscheidung zu schnell. „Hier steht eine weitreichende Entscheidung für Kinder, Eltern und die gesamte Dorfgemeinschaft im Raum. Eine solche Entscheidung darf nicht unter Zeitdruck und ohne gründliche, öffentliche und fachlich fundierte Beratung getroffen werden“, erklärte Pressesprecher Dr. Martin Betge.
Seit Oktober ist der Betrieb der Kita Greste wegen baulicher Mängel eingeschränkt. Dennoch fehlen nach Angaben der BFL belastbare Informationen zum tatsächlichen Sanierungsbedarf, zu realistischen Nutzungsperspektiven sowie zur Rolle der Einrichtung innerhalb der gesamten Kita-Landschaft in Leopoldshöhe. Auch die zugrunde gelegten Bedarfsprognosen seien unklar, insbesondere angesichts geplanter Wohnbaugebiete wie Brunsheide und Fillies.
Die BFL fordert daher eine umfassende öffentliche Beratung im Fachausschuss. Neben der Verwaltung sollen auch der Kreis Lippe als Träger der Jugendhilfe sowie externe Fachleute aus den Bereichen Kindergartenbedarfsplanung, Demografie und kommunale Entwicklungsplanung hinzugezogen werden. Ziel sei eine transparente und nachvollziehbare Entscheidungsgrundlage für den Rat.
Sollte langfristig tatsächlich eine Kita geschlossen werden müssen, müsse ein fairer, trägerübergreifender Vergleich aller Einrichtungen erfolgen, nach Kriterien wie Qualität, Nachfrage, baulichem Zustand, Sanierungsbedarf und Kosten. Eine Vorfestlegung auf die Kita Greste lehnt die BFL ab.
Zudem verweist die Fraktion auf Argumente für den Erhalt aller zehn Kitas in Leopoldshöhe: Die Geburtenzahl habe mit 133 deutlich höher als erwartet gelegen, und in älteren Wohngebieten wie Schuckenbaum und Greste zeichne sich ein Generationenwechsel ab.
Auch die Neubaugebiete Brunsheide und Fillies seien zu berücksichtigen. Denkbar seien flexible Lösungen wie die temporäre Reduzierung von Gruppen in größeren Einrichtungen oder die Schaffung von Mehrgenerationenhäusern, in denen Kinder und ältere Menschen betreut werden.
„Bevor man funktionierende und beliebte Einrichtungen aufgibt, müssen alle realistischen Alternativen offen, ehrlich und ohne Scheuklappen geprüft werden“, so Betge. In der Ratssitzung am 22. Januar hofft die BFL auf Zustimmung der anderen Fraktionen, um eine sachliche und ergebnisoffene Diskussion im Fachausschuss zu ermöglichen.


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