Das Landestheater Detmold. Foto: Tsungam/Wikimedia

Detmold/Düsseldorf. Im Landtag steht diese Woche eine wichtige Abstimmung für das Landestheater Detmold an. Am Donnerstag, 15. Januar, entscheidet der Ausschuss für Kultur und Medien über einen Antrag von SPD und FDP.


Die beiden Parteien schlagen vor, die Finanzierung der vier Landestheater in Nordrhein-Westfalen zu stabilisieren. Zukünftig sollen Tarifsteigerungen bei Theaterangestellten vom Land aufgefangen werden. Wenn das Land NRW die Kosten weiterhin nicht auffängt, könnten Angebote für Kinder und Jugendliche aus dem Programm fallen.

„Beim Neujahrsempfang des Landesverbandes Lippe im Landestheater Detmold betonte Kulturministerin Ina Brandes noch, wie wichtig Kultur für Demokratiebildung ist und wie sehr Kinder an Kultur herangeführt werden müssen“, sagt Landtagsabgeordneter Dennis Maelzer (SPD), der als Mitglied im Kulturausschuss den Antrag mitverfasst hat. „Dann muss der Landtag am Donnerstag auch so entscheiden. Sonst sparen wir am Ende ausgerechnet bei den Kinder- und Jugendtheatern.“

Hintergrund ist ein Bruch in der Finanzierung. Denn seit 2024 beteiligt sich das Land nicht mehr an den steigenden Personalkosten der Landestheater. Dabei frisst Personal den Löwenanteil im Etat. Stefan Dörr, kaufmännischer Geschäftsführer des Landestheaters Detmold, nannte in einer Anhörung des Landtags Zahlen, die im Ausschuss hängen bleiben dürften: 80 bis 85 Prozent der Ausgaben seien Personalkosten.

Dies kommt nicht zuletzt durch die Tarifsteigerungen seit 2024 mit rund 10,5 Prozent. Bisher hat das Land NRW die Mehrausgaben nicht in der Finanzierung kompensiert. Deshalb ergäbe sich für das Landestheater Detmold ein Minus von 1,3 Millionen Euro.

Mirko Schombert, Intendant der Burghofbühne Dinslaken, sagte, bei stagnierenden Zuschüssen müsse man zwangsläufig dort kürzen, wo kein Geld zu holen sei: im Kinder- und Jugendtheater und in der Theatervermittlung.

„Dazu sollten wir es unter keinen Umständen kommen lassen“, mahnt Maelzer. „Wenn das Land jetzt nicht handelt, trifft es als Erstes die Kinder. Denn bei Auftritten in Schulen erzielen Theater die geringsten Erlöse. Deshalb zielt der Antrag darauf ab, die Landesmittel wieder verlässlich machen. Die Zuschüsse sollen dann automatisch an Tarifentwicklungen koppelt werden.“