Ehrenamtliche Führungskräfte aus dem Katastrophenschutz erhalten Einblicke in die modernen Möglichkeiten der Rettungsdienstausbildung. Foto: Bezirksregierung Detmold

Detmold/Bielefeld. Rund 70 Führungskräfte der Feuerwehren, Hilfsorganisationen und des Technischen Hilfswerks aus ganz OWL haben sich im Studieninstitut Westfalen-Lippe in Bielefeld für zukünftige Einsätze fortgebildet.


Die Ehrenamtlichen gehören zur Mobilen Führungsunterstützung von Stäben (MoFüSt) des Landes NRW. Unter dem Titel „Zivile Verteidigung – Einsatztaktik und Krisenmanagement“ diskutierten Experten und Verantwortliche aus verschiedenen Sicherheitsbehörden die Herausforderungen und Perspektiven des Bevölkerungsschutzes.

Die Veranstaltung ist ein jährlicher Treffpunkt für ehrenamtliche Entscheidungsträger und Führungspersonal aus dem gesamten Regierungsbezirk Detmold. In diesem Jahr stand die zivile Verteidigung im Mittelpunkt, ein Bereich, der zunehmend an Bedeutung gewinnt und die gesamte Gesellschaft betrifft. Teilnehmer der Fortbildung waren unter anderem auch Vertreter des Instituts der Feuerwehr NRW aus Münster, des Polizeipräsidiums Bielefeld sowie des Bezirksverbindungskommandos der Bundeswehr.

Eugen Latka, Leiter des Fachbereichs Medizin und Rettungswesen am Studieninstitut, gab einen Einblick in die modernen Möglichkeiten der Rettungsdienstausbildung und die fortschrittlichen Simulationsmethoden, die auf den Ernstfall vorbereiten. Kapitän zur See Willi Morschhäuser von der Bundeswehr sprach über die aktuellen Herausforderungen der Verbindungskommandos im Regierungsbezirk Detmold, während das Polizeipräsidium Bielefeld die Arbeit des „Ständigen Stabes“ vorstellte und wichtige Impulse zur polizeilichen Stabsarbeit lieferte.

Ein zentrales Thema war die Stärkung der Resilienz der Sicherheitsbehörden und die Förderung der Selbsthilfefähigkeit der Bevölkerung. „Die zivile Verteidigung ist als elementarer Bestandteil der Gesamtverteidigung eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe“, betonte Philipp Mantel, Leiter des Dezernats für Bevölkerungsschutz bei der Bezirksregierung Detmold.

„Die Einsatzkräfte des Bevölkerungsschutzes benötigen zwingend die Mithilfe der gesamten Bevölkerung, um im Ernstfall wirksam und schnell handeln zu können, ergänzte er. Darüber hinaus sei es wichtig, bereits vor der Krise Köpfe zu kennen und realistische Übungen durchzuführen, um die jeweiligen Grenzen und Fähigkeiten jeder Organisation besser zu verstehen.

Hintergrund

Um im Schadensfall schnell und effektiv helfen zu können, hat Nordrhein-Westfalen als eines der ersten Bundesländer bereits vor rund 25 Jahren die Aktivierung von Einsatzkräften vorab organisiert und dafür eine feste Struktur gemeinsam mit den Feuerwehren und Hilfsorganisationen verankert.

Diese so genannten Katastrophenschutzkonzepte für die vorgeplante überörtliche Hilfe sehen vor, dass bei außergewöhnlichen Schadensereignissen sehr viele Helfer samt Material innerhalb kürzester Zeit gezielt und bedarfsgerecht in anderen Regierungsbezirken oder auch Bundesländern eingesetzt werden können – ein wesentlicher Vorteil im Vergleich zu Einsätzen, die ohne Informationen zur Gesamtlage sowie ohne übergreifende Organisationsstrukturen erfolgen und somit vor Ort oft nicht die erhoffte Wirkung erzielen.

Die Konzepte umfassen Einheiten mit unterschiedlichen Fähigkeiten, beispielsweise die Mobile Führungsunterstützung, Wasserrettung, Behandlung, Betreuung, Patiententransport, Wasserförderung oder Brandbekämpfung. Daneben gibt es auch Einheiten mit einem allgemeinen Einsatzzweck wie Logistik.

Die Einheiten setzen sich fast ausschließlich aus ehrenamtlichen Feuerwehrleuten und Mitgliedern von Hilfsorganisationen zusammen. Besteht Bedarf, werden entsprechende Einheiten durch die Bezirksregierung angefordert und alarmiert. Die in den jeweiligen Konzepten vorgeplanten Einsatzkräfte rücken dann als geschlossene Einheit zu den Einsatzorten aus.