Blick auf das MVZ im Kalletal. Foto: Reiner Toppmöller

Kalletal. Der Streit um das MVZ geht weiter. Nachdem die Initiatoren des ersten Bürgerbegehrens nach der Sondersitzung am 18. Dezember 2025 ein weiteres Bürgerbegehren auf den Weg gebracht hatten, beraumte Bürgermeister Mario Hecker für den 13. Januar eine erneute Sondersitzung an.


Auf dieser sollte jetzt die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens, das die Forderung nach weiteren 300.000 Euro Darlehen für das MVZ beinhaltet, festgestellt werden. Da die Rechtmäßigkeit bereits im Vorfeld durch ein vom Bürgermeister beauftragtes Rechtsanwaltsbüro geprüft wurde, konnten sich die Fraktionen der Zustimmung nicht entziehen.

So erfolgte die Zustimmung ohne weitere Wortbeiträge erwartungsgemäß einstimmig. Mario Hecker hatte im Vorfeld eine Presserklärung des Gesundheitsministers des Landes verbreitet, in der seit diesem Jahr Städte und Gemeinden mit weniger als 30.000 Einwohnern, in denen die hausärztliche Versorgung aufgrund der Altersstruktur der Ärzte vor Ort mittel- oder langfristig gefährdet ist, gefördert werden sollen. In dieser Liste der Gemeinden, die auf sechs Seiten rund 240 Kommunen aufzählt, taucht auch Kalletal auf.

Auf diese Erklärung bezog sich dann auch Udo Zippel, dem der Bürgermeister das Wort erteilte. „Wir freuen uns, dass so viele Kalletaler Bürger ihre Unterschrift geleistet haben. Das war nicht so einfach und hat ein hohes Engagement erfordert. Ich danke ausdrücklich den Geschäftsleuten, die die Listen ausgelegt haben. Die Zahl der Unterschriften zeigt, dass die Bürger die ärztliche Versorgung als nicht ausreichend ansehen“, so Zippel.

Ob die Mehrheit das so sieht, wird möglicherweise ein Bürgerentscheid zeigen. Denn die Sondersitzung am vergangenen Dienstag war nur ein formaler Schritt. Am kommenden Dienstag, 20. Januar, muss der Rat entscheiden, ob er dem Begehren beitritt. So sind die Formalien. Folgt er dem Begehren, müssen die 300.000 Euro bereitgestellt werden. Sollte er das mehrheitlich aber nicht tun, kommt es zum Bürgerentscheid, der, wie der Bürgermeister bereits angekündigt hat, Ende März stattfinden kann.

Auf Nachfrage der SPD teilte der Bürgermeister noch mit, dass die Entscheidung aus dem Dezember keine negativen Einflüsse auf das MVZ gehabt habe. Vielmehr seien rund 120 Patienten, trotz der von ihm damals angekündigten möglichen Insolvenz, hinzugekommen.

Von der angekündigten Kinderärztin, die ab dem 1. Januar anfangen sollte und um die sich in den vergangenen Monaten alles drehte, war indes keine Rede mehr. Die Polarisierung in der Gemeinde nimmt dabei weiter zu. So wurde das Auto des Vorsitzenden der UKB, Ingo Mühlenmeier, mit „UKB Sau“ beschmiert.