Kreis Lippe. Das Naturschutzgebiet „Norderteich mit Naptetal“ ist ein wertvoller Lebensraum. Neben dem dortigen Stillgewässer zählt auch der historische Eichen-Hainbuchenwald zu den dort schützenswerten Ökosystemen. Da der Wald am Westufer des Norderteichs in den vergangenen Jahrzehnten jedoch nicht mehr bewirtschaftet wurde, hat sich sein Charakter verändert und widerspricht zunehmend dem im Landschaftsplan festgelegten Schutzzweck.
Daher führen Fachkräfte in den kommenden Wochen Pflegemaßnahmen durch, die zwischen dem Flächeneigentümer, dem Landesverband Lippe, und der unteren Naturschutzbehörde des Kreises Lippe abgestimmt sind. Das teilte der Landesverband Lippe mit.
Der Wald wurde ursprünglich als Eichen-Hutewald gepflanzt. Aufgrund der fehlenden Bewirtschaftung hätten sich im Laufe der Zeit Arten, wie etwa die schattentolerante Buche, etabliert. Sie stünden in Konkurrenz zu den bis zu 280 Jahre alten lichtliebenden Eichen und gefährdeten ihre Stabilität sowie Vitalität.
Bei den Pflegemaßnahmen würden gezielte Baumfällungen vorgenommen. Durch das Entfernen einzelner Buchen soll wieder mehr Licht in den Bestand gebracht und den Eichen die Möglichkeit gegeben werden, sich zu regenerieren. Zudem könnten neue, junge Eichen nachwachsen.
Darüber hinaus würden einige Bäume geringelt: Dabei wird die Rinde abschnittsweise entfernt, sodass der Baum langsam abstirbt und als stehendes Totholz im Gebiet verbleibt. Solches Totholz ist ein wertvoller Lebensraum für zahlreiche Insekten, Fledermäuse und Vögel.
Allgemein verbleibe der überwiegende Teil des anfallenden Holzes im Gebiet, um den Nährstoffkreislauf zu schließen und die Lebensgrundlage vieler Tier- und Pflanzenarten zu erhalten. Der Landesverband Lippe sorge bei Bedarf für die Nachpflege des Bestandes. Durch den betroffenen Waldbereich verläuft kein öffentlicher Weg. Einen regulären, asphaltierten Weg gibt es am Rand des Bestandes.
Aus Sicherheitsgründen weisen der Landesverband und die untere Naturschutzbehörde daher vorsorglich noch einmal darauf hin, dass in dem Naturschutzgebiet das Betreten der Flächen nur auf den vorgegebenen Wegen gestattet ist.

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