
Brakel/Kreis Höxter. Von Eisenbahnfreunden bedauert: Die Modellbundesbahn schließt zum 29. Mai. Bis dahin bleibt die Ausstellung zu den regulären Zeiten geöffnet. Wie die Verantwortlichen mitteilen, ist der Entschluss zur Aufgabe des Standorts das Resultat einer Kombination aus altersbedingten, betriebswirtschaftlichen und personellen Faktoren. Die Anlage, die den Bahnbetrieb des Sommers 1975 im Weserbergland im Maßstab 1:87 nachbildet, kann unter den gegebenen Umständen nicht wie ursprünglich geplant fortgeführt werden.
Ein wesentlicher Grund liegt in der Altersstruktur des hochspezialisierten Kernteams. Planer Bernard Huguenin (72), Chefmodellbauer Michael Butkay (70) und Baumbauer Jos Geurts (67) haben das Rentenalter erreicht. Das Team steht vor einem unlösbaren Zielkonflikt: Der derzeitige Saisonbetrieb – im Winter sonntags, im Sommer donnerstags bis sonntags – lässt kaum Zeit für den Weiterbau der Anlage. Eine Fertigstellung bis zum Jahr 2030 sei so nicht realisierbar. Die Alternative, eine mehrjährige Schließung zur Vollzeit-Fertigstellung, ist laut den Betreibern finanziell nicht darstellbar.
Demografischer Wandel und betriebliche Zielkonflikte
Erschwerend kommen veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen hinzu. Die Betreiber verweisen auf allgemein gestiegene Betriebskosten, insbesondere im Energiebereich, sowie eine drastische Erhöhung der Grundsteuer um den Faktor 12, was die wirtschaftliche Tragfähigkeit des Projekts massiv beeinträchtigt.
Darüber hinaus musste das Team im Jahr 2025 schwere personelle Rückschläge verkraften. Mit dem Tod von Uwe Rottermund (technische Infrastruktur), Franz Babik (historische Expertise) und Klaus Pritzkow (Modellbau) verlor das Projekt drei tragende Säulen. Diese Verluste an Fachwissen und Arbeitskraft seien nicht zu kompensieren. Bis zum letzten Öffnungstag am 29. Mai 2026 bleibt die Ausstellung zu den regulären Zeiten zugänglich.










