Moderator Joachim H. Peters (rechts) führt durch den Abend mit NRW-Innenminister Herbert Reul. Foto: Reiner Toppmöller

Oerlinghausen. Auf Einladung der Buchhandlung Blume war der Innenminister des Landes NRW, Herbert Reul, am Montag, 19. Januar, in der Aula des Niklas-Luhmann-Gymnasiums in Oerlinghausen zu Gast, um sein erstes Buch mit dem Titel „Sicherheit. Was sich ändern muss“ vorzustellen.


Rund 600 Gäste waren gekommen, um dem von Joachim H. Peters moderierten Abend zu folgen. Peters, selbst Buchautor mehrerer Krimis im lippischen Umfeld und ehemaliger Kriminalhauptkommissar, hatte sich drei der fünf Themen des Buches herausgegriffen.

Nachdem der Minister lachend ein Handyfoto von der Bühne herunter ins Publikum gemacht hatte, begrüßte ihn die Inhaberin der Buchhandlung Blume, Cerris Wehrmann-Ristau. Man habe den heutigen Termin Moderator Peters zu verdanken, sagte sie, und ergänzte, dass es um ein Thema ginge, das uns alle betreffe.

Herbert Reul signiert mit großer Ausdauer sein erstes Buch. Im Hintergrund: Cerris Wehrmann-Ristau, Inhaberin der Buchhandlung Blume in Oerlinghausen, die den Abend veranstaltete. Foto: Reiner Toppmöller

Mit den Worten „Wir freuen uns auf einen Abend mit klaren Worten und nachdenklichen Momenten“ übergab sie an Joachim H. Peters und den prominenten Gast. „Ein Buch schreiben? Mach’ ich nie“, so antwortete er auf die Frage, warum er es doch getan habe.

Es sei ihm eine Herzensangelegenheit, Menschen zurückzuholen, die das Vertrauen in die Politik und den Staat verloren hätten, so Reul. „Ich hoffe, so Leute zu erreichen, die ich sonst nicht erreiche. Ich habe keine Lust, die Menschen irgendwelchen Idioten zu überlassen“, fügte er unter Applaus der Gäste hinzu.

Dafür müsse man Probleme offen ansprechen und sich um sie kümmern. Es brauche Zeit, Geduld und Ausdauer oder, wie er immer wieder betonte: „Kleine Schritte statt große Sprüche“. Es gehe ihm darum, zu zeigen, dass es möglich sei, das Vertrauen der Bürger in den Staat zurückzugewinnen, so Reul.

Er sprach dem überwiegend älteren Publikum aus dem Herzen, wenn er auf Werteverluste und mangelnde Sanktionen hinwies. Er redete aber auch über die Stärkung der Polizei, die durch Vorfälle wie den Kindesmissbrauch in Lügde moderner geworden sei.

Reuel plädierte dafür, dass Polizisten mit Migranten reden müssten, damit diese sehen würden, dass Polizisten Helfer seien und keine Gegner. „Übergriffe auf Rettungskräfte und Polizisten sind eine Folge davon, dass es für viele keine Regeln mehr gibt. Das ist eine ganz gefährliche Haltung in der Gesellschaft, der wir entgegenwirken müssen“, so der Minister.

Zu der Sicherheitsmaßnahmen auf Volksfesten betreffenden Frage erwiderte er, es gäbe keine absolute Sicherheit. „Wir müssen aufpassen, dass wir das nicht übertreiben. Das ist nicht unsere Form zu leben.“

Auf die Frage nach dem Erstarken der politischen Ränder antwortete er, wie man es von ihm erwartete: „Alles, was Extremismus ist, ist Mist, Punkt! Egal von welcher Seite. Wir können die Einstellung zur AfD aber nur durch Menschen ändern, die mitmachen. Politiker allein schaffen das nicht. Und ja, ich glaube, dass ein Parteiverbot stattfinden wird. Aber das muss gut vorbereitet sein.“

Die Frage des Moderators nach seiner Zukunft als Minister bei einer möglichen neuen Regierung nach 2027 beantwortete Herbert Reul sehr diplomatisch, indem er sagte, zunächst müsse die CDU ja erstmal gewinnen, dann müsse man sehen, mit wem man regiere, und dann würde erst die Frage gestellt, wer was machen könne.

Mit viel Applaus und einer schier endlosen Schlange an Menschen, die sich sein Buch signieren lassen wollten, endete der Abend mit einem Politiker, dem man abnimmt, was er sagt, weil er sagt, was er meint, und tut. Im Übrigen verzichtete er auf sein Honorar, das er der Polizeistiftung NRW zur Verfügung stellte.