Mit ihm, dem pflichtbewussten Polizeihund, ist nicht gut Kirschen essen: Drogenschmuggler kann er nämlich gar nicht ausstehen. Deshalb hilft er seinem Herrchen nach Kräften, das böse Zeug aufzuspüren, egal wie gut es versteckt ist. Und wehe, jemand wollte „seinen Boss“ angreifen: Der lernt schmerzvoll, was ein „Fang“ ist. Foto: Polizei

Detmold/Lage/Lemgo. Manchmal lohnt sich frühes Aufstehen: Am gestrigen Mittwoch, 21. Januar, zog die lippische Kriminalpolizei ein Netz ein, das selbst alte Seebären ehrfürchtig nicken lässt. Ein wahrlich opulenter Fischzug – nur ohne Wasser, dafür mit reichlich Blaulicht.


Im Rahmen einer verdeckten Ermittlung rückten zahlreiche Einsatzkräfte an. Mit dabei: Spezialeinheiten, Diensthunde, das THW – kurzum alles, was Rang, Namen, Zähne oder schweres Gerät hat. Man wollte schließlich vorbereitet sein, denn es bestand die Möglichkeit, dass der ein oder andere „Fisch“ nicht nur glitschig, sondern auch bewaffnet sein könnte.

Ins Netz gingen schließlich neun Exemplare verschiedenster Größen und Altersklassen – von 20 bis 59 Jahre, regional und international bunt gemischt aus Lemgo, Detmold, Lage und Köln. Ein Schmuggler zog sich bei der Landung leichte Blessuren zu, was bei so viel Action fast schon als Kollateralschaden des Abenteuers durchgeht.

Anschließend wurde nicht nur einmal, sondern gleich zehnmal nach dem Rechten gesehen: Ein Geschäftsobjekt und neun Wohnobjekte wurden durchsucht. Und siehe da – statt alter Zeitungen und verirrter Socken fanden die Ermittler mehrere Kilogramm Kokain und Amphetamine, Tausende Ecstasy-Pillen, Streckmittel, eine sechsstellige Bargeldsumme sowie scharfe Schusswaffen inklusive Munition. Offenbar hatte man sich auf alles vorbereitet – außer auf die Polizei. Sechs Fahrzeuge wurden ebenfalls einkassiert, vermutlich weil sie gerade praktisch herumstanden.

Drei der neun Festgenommenen durften nach dem Polizeibesuch wieder nach Hause, vermutlich mit dem festen Vorsatz, künftig eher Briefmarken zu sammeln. Die sechs Hauptdarsteller hingegen wurden dem Haftrichter vorgeführt, der wenig Sinn für Humor zeigte und Untersuchungshaft anordnete – einmal quer durch die Republik und Altersklassen, inklusive internationalem Flair.

Fazit: Ein Einsatz wie aus dem Bilderbuch. Die Ermittlungen gehen weiter, die Netze bleiben gespannt, und in Lippe weiß man jetzt: Wenn die Polizei angeln geht, dann nicht mit der Rute – sondern mit dem ganzen See.