
Detmold. Die Residenzstadt bekam in der Nacht zu Montag, 26. Januar, ein echtes Blockbuster-Outfit – inklusive Action, Drama und unfreiwilliger Comedy.
Auch wenn’s kaum jemand gesehen hat zu dieser sehr frühen Morgenstunde: Gegen 3.40 Uhr verwandelte sich die Lange Straße in ein Low-Budget-Filmset, als zwei offenbar sehr kreative Ganoven beschlossen, die Tür eines Juweliergeschäftes nicht mit Schlüssel oder Brechstange zu öffnen – sondern brachial mit dem Auto reinzufahren.
Mit ordentlich Karacho steuerten sie ihren Pkw direkt durch den Eingang des Schmuckladens. Danach ging alles schnell: rein, Glitzer eingesammelt und wieder raus, und zack, Abflug. Nur dumm, dass das Fluchtauto spektakulär in Flammen aufging. Dramatischer Abgang inklusive Feuerschein, gratis Rauch und garantiertem Auftritt für die Feuerwehr. Das Auto war aber möglicherweise absichtlich flambiert worden; denn die Räuber hatten ein zweites dabei, mit dem sie sich aus dem Rauch machten, und hofften, dass Polizei und Feuerwehr mit der Brandsituation vor dem Juwelierladen genug zu tun hätten.
Die Notrufe liefen heiß – allerdings mit kreativen Interpretationen der Lage: Von „Juwelierüberfall“ bis „Modegeschäft steht in Flammen“ war offenbar alles dabei. Die Feuerwehr rückte mit ordentlich Manpower an, nur um festzustellen: kein brennender Kleiderständer, kein Modehaus-Drama – nur ein verkohlter VW mit Bestimmung zum Lagerfeuer.
Das Feuer war schnell gelöscht, die Einsatzkräfte konnten nach kurzer Zeit wieder abrücken, und zum Glück wurde niemand verletzt. Zurück blieb ein ausgebranntes Auto, ein ramponierter Eingang – und die Erkenntnis, dass Verbrechen zwar nicht schlau, aber manchmal unfreiwillig unterhaltsam inszeniert werden.
Das mutmaßliche Räuber-Duo verschwand mit einem zweiten schwarzen Auto in Richtung Rosental/Landestheater. Die Polizei ermittelt weiter und bittet Zeugen um Hinweise. Hollywood hat zwar Detmold noch nicht offiziell kontaktiert – aber für diese Szene hätte es mindestens einen Oscar in der Kategorie „Dümmster Fluchtplan des Jahres“ gegeben.









