Kreis Lippe/Gütersloh. Im Rahmen umfangreicher Ermittlungen wegen gewerbsmäßigen Betrugs mit Fahrzeugkrediten hat eine Ermittlungskommission der Polizei Gütersloh am Donnerstag, 5. Februar, zeitgleich 34 Objekte in mehreren Städten in Nordrhein‑Westfalen durchsuchen lassen.
Wie Polizei und Staatsanwaltschaft Bielefeld in einer gemeinsamen Mitteilung erklärten, seien die Maßnahmen Teil eines seit Monaten laufenden Verfahrens wegen bandenmäßigen Kreditbetrugs.
Die Durchsuchungen hätten sich auf die Kreise Gütersloh, Warendorf, Herford, Lippe, Minden‑Lübbecke, den Rhein‑Kreis Neuss sowie auf die Städte Bielefeld und Köln erstreckt. Unterstützt worden sei die Einsatzleitung durch Kriminalbeamte benachbarter Polizeibehörden, Kräfte der Bereitschaftspolizei sowie Diensthundeführer mit speziell ausgebildeten Banknotenspürhunden. Für die vorläufigen Festnahmen dreier Haupttatverdächtiger in Rheda‑Wiedenbrück, Herford und Detmold seien zudem Spezialeinheiten eingesetzt worden.
Nach Angaben der Ermittlungsbehörden richte sich das Verfahren gegen eine Tätergruppierung, die bundesweit Betrugsstraftaten zur Erlangung von Fahrzeugfinanzierungen begangen haben soll. Betroffen seien nach aktuellem Stand drei Finanzinstitute sowie zahlreiche getäuschte Darlehensnehmer. Der entstandene Vermögensschaden werde derzeit auf rund 2,1 Millionen Euro geschätzt. Im Fokus der Ermittlungen stünden drei Männer aus Ostwestfalen‑Lippe, die als Hauptverantwortliche gelten.
Darüber hinaus würden sich die Ermittlungen gegen eine Vielzahl weiterer Tatverdächtiger richten. Auch vier Autohäuser in Oelde, Rheda‑Wiedenbrück, Halle (Westfalen) und Herford seien nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft in die weitreichenden Tatabläufe eingebunden gewesen.
Die Staatsanwaltschaft Bielefeld habe wegen dringenden Tatverdachts und nach Prüfung der Haftgründe Untersuchungshaftbefehle gegen die drei Hauptbeschuldigten beantragt. Dabei handele es sich um zwei deutsche Staatsangehörige im Alter von 37 und 45 Jahren aus Rheda‑Wiedenbrück und Detmold sowie um einen 38‑jährigen Mann mit kosovarischer Staatsangehörigkeit aus Herford.
Die Männer seien im Zuge des Polizeieinsatzes vorläufig festgenommen und anschließend einem Haftrichter am Amtsgericht Bielefeld vorgeführt worden, der die Untersuchungshaft angeordnet habe. Zusätzlich sei in einem Durchsuchungsobjekt in Gütersloh ein 35‑jähriger Mann mit russischer Staatsangehörigkeit vorläufig festgenommen worden, bei dem eine nicht geringe Menge Betäubungsmittel sichergestellt worden sei.
Bei den Durchsuchungen hätten die Einsatzkräfte umfangreiches Beweismaterial, zudem Waffen und Munition, aufgefunden und sichergestellt, teilte die Polizei weiter mit. Zur Vermögensabschöpfung habe das Amtsgericht Bielefeld außerdem sogenannte Arrestbeschlüsse gegen Vermögenswerte der Tatverdächtigen sowie der beteiligten Autohäuser erlassen. In diesem Zusammenhang seien sieben hochwertige Fahrzeuge, ein fünfstelliger Bargeldbetrag sowie Schmuck beschlagnahmt worden.
Die Ermittlungen wegen Kreditbetrugs, bandenmäßigen Betrugs und möglicher weiterer Straftaten dauerten an.








