Symbolbild. Foto: Adobe Stock

Bielefeld. Mit deutlichen Worten weist die Polizei Bielefeld auf eine aktuelle Betrugsserie im Stadtgebiet hin, bei der Kriminelle bereits Geschädigten erneut Geld entlocken. Nach Angaben der Ermittler geben sich die Täter als angebliche Mitarbeiter großer Börsen oder Finanzinstitute aus und versprechen, verlorene Gelder aus früheren Anlagebetrügereien zurückzuholen.


Ein Bielefelder erhielt Anfang Januar einen solchen Anruf von einem Mann, der sich als Mitarbeiter der Frankfurter Börse ausgegeben haben soll. Der Anrufer habe behauptet, das Geld aus einem früheren Betrugsfall sei aufgefallen und könne nun erstattet werden.

Tatsächlich war der Bielefelder bereits im Mai 2025 Opfer eines professionellen Online‑Investmentbetrugs geworden: Nachdem er über eine Werbemail zu vermeintlichen Geldanlagen Kontakt zu einem angeblichen Broker aufgenommen hatte, überwies er über mehrere Monate rund 215.000 Euro auf verschiedene Konten. Zunächst seien ihm kleine Beträge als angebliche Gewinne ausgezahlt worden, bevor der Kontakt abbrach und er Strafanzeige stellte.

Der nun erneut kontaktierte Mann blieb laut Polizei über einen Messenger-Dienst im Austausch mit dem angeblichen Börsenmitarbeiter, der mehrfach versprochen habe, das verloren geglaubte Geld zurückzuholen. Das Opfer gewährte dem Unbekannten sogar Zugriff auf seinen Laptop und verfolgte dort eine fingierte Kommunikation mit einer Bank.

Nachdem der Täter angebliche Schwierigkeiten schilderte, habe er erklärt, für eine angebliche Auszahlung müsse zunächst ein „positives Kontoguthaben“ geschaffen werden,  und überredete den Bielefelder zu zwei zusätzlichen Zahlungen. Anschließend brach der Kontakt ab, der Betrug flog auf.

Die Polizei warnt ausdrücklich vor dieser Rückgewinnungsbetrugs‑Masche, die deutschlandweit zunimmt, und empfiehlt Betroffenen, auf keinen Fall Zahlungen zu leisten oder Fremdzugriff auf Computer zu ermöglichen.