Detmold. Der Naturwissenschaftliche und Historische Verein für das Land Lippe (NHV Lippe) und das Lippische Landesmuseum Detmold laden am Donnerstag, 26. Februar, um 19 Uhr zu einem Themenabend im Rahmen der Sonderausstellung „Denk:Mal! 150 Jahre Hermannsdenkmal“ ein, der sich einem besonderen Kapitel transatlantischer Denkmalgeschichte widmet.
Im Mittelpunkt steht das Hermann Heights Monument in New Ulm im US-Bundesstaat Minnesota. Das Denkmal wurde 1897 auf Initiative deutscher Einwanderer als Pendant zum 1875 fertiggestellten Hermannsdenkmal bei Detmold eingeweiht.
Errichtet wurde das Monument auf Entschluss des deutschen Immigranten und Architekten Julius Berndt. Berndt gehörte der Loge des Order of the Sons of Herman an, die auch die Finanzierung des Denkmals übernahm. Als architektonisches und ideelles Vorbild diente das Hermannsdenkmal im Teutoburger Wald, ein Symbol, das im 19. Jahrhundert weit über Lippe hinaus identitätsstiftend wirkte.
Dr. Julia Lange beleuchtet in ihrem Vortrag die Entstehungsgeschichte des amerikanischen Monuments, seine kulturhistorischen Hintergründe sowie die Bedeutung für die deutsch-amerikanische Gemeinschaft in New Ulm. Dabei wird deutlich, wie Erinnerungsorte in der Migration neue Funktionen erhalten und zugleich an europäische Traditionen anknüpfen.
Der „kleine Hermann“ in New Ulm blieb auch in der Heimat seines großen Bruders nicht unbeachtet. Wie sich die lippische Presse und Heimatforschung mit dem amerikanischen Denkmal auseinandersetzte, ist Thema des ergänzenden Vortrags von Roland Linde, freiberuflicher Historiker und Publizist aus Detmold.
Die Veranstaltung bietet damit eine transatlantische Perspektive auf ein Denkmal, das für nationale Mythen, Migrationserfahrungen und regionale Identität gleichermaßen steht.
Der Eintritt ist frei. Da die Plätze begrenzt sind, wird eine Anmeldung unter der Rufnummer 05231/99250 oder per E-Mail empfohlen.




