Einsatzkräfte der Feuerwehr sind im Bereich des Bad Meinberger Kurparks im Einsatz und sichern das Umfeld des Einsatzortes. Foto: Jörn Fries

Horn-Bad Meinberg. Ein unerwarteter Austritt von Kohlendioxid hat am Mittwochmorgen, 4. März, gegen 7.52 Uhr, im Kurpark Horn-Bad Meinberg zu einem größeren Einsatz von Feuerwehr und Rettungsdiensten geführt. Nach Informationen der Polizei wurde der Park vollständig gesperrt, nachdem mehrere Menschen gesundheitliche Beschwerden erlitten hatten.


Beim Eintreffen der ersten Kräfte seien laut Feuerwehr im Foyer zwei bewusstlose Personen gefunden worden, die unter schwerem Atemschutz gerettet worden seien; weitere drei Menschen hätten im Außenbereich durch erhöhte CO₂‑Konzentrationen Verletzungen erlitten.

So wurden insgesamt fünf Personen durch das freigesetzte Gas verletzt, vier von ihnen mussten zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus gebracht werden. Eine Frau soll eine schwere Rauchgasvergiftung erlitten haben. Rettungswagen und Notärzte waren nach Angaben der Einsatzkräfte rasch vor Ort, um die Betroffenen zu versorgen.

Großeinsatz von Feuerwehr und ABC-Spezialkräften

Die Feuerwehr berichtet, dass aufgrund unklarer Ursache und massiv erhöhter Kohlendioxidwerte der Zugang zum historischen Kurpark großräumig abgesperrt worden sei. Mehrere umliegende Gebäude, darunter Arzt‑ und Therapiepraxen, seien vorsorglich geräumt worden, während Messungen auch in der Kanalisation durchgeführt worden seien; hierbei seien jedoch keine weiteren gefährlichen Werte festgestellt worden.

Schließlich habe sich herausgestellt, dass eine nahegelegene Mofette, eine natürliche vulkanische Austrittsstelle, in ungewöhnlich starkem Maß CO₂ freigesetzt habe. Der sogenannte Meinberger Dom ist eines der größten CO₂-Vorkommen in Europa. Viele Jahre lang wurde die Kohlensäure als natürliches Heilmittel verwendet. In der vergangenen Nacht habe ein deutlich verstärkter Austritt begonnen, in dessen Folge sich das Gas vor allem im Kurgastzentrum gesammelt habe, teilt die Stadt Horn-Bad Meinberg mit.

Der ABC‑Zug des Kreises Lippe habe daraufhin umfangreiche Messungen im Bereich des Kurgastzentrums und im Kurpark vorgenommen, was einen hohen Bedarf an Atemschutzgeräteträgern mit sich gebracht habe.

Fachfirmen und Experten hätten gemeinsam mit der Feuerwehr verschiedene Maßnahmen geprüft, da die sichtbare und hörbare CO₂‑Ausströmung weiter angehalten habe. Gegen Abend sei der Austritt weitgehend kontrolliert worden, sodass die Einsatzkräfte mit der Belüftung der betroffenen Gebäude beginnen konnten.

Nach Angaben der Feuerwehr waren rund 120 Kräfte im Einsatz, unterstützt vom Kreis Lippe, dem Rettungsdienst, der Polizei, dem Ordnungsdienst sowie dem städtischen Baubetriebshof. Auch der Bürgermeister habe sich mehrfach vor Ort ein Bild von der komplexen Lage gemacht. Gegen 23 Uhr sei die Einsatzbereitschaft vollständig wiederhergestellt worden.

Hintergrund: Region ist für natürliche CO₂-Austritte bekannt

Der Kurpark in Bad Meinberg verfügt über sogenannte CO₂-Mofetten – natürliche Kohlendioxidquellen, die in der Region ein geologisches Alleinstellungsmerkmal darstellen. Diese stehen seit Längerem unter Beobachtung und werden regelmäßig technisch überprüft, um die Sicherheit für Besucher zu gewährleisten.