Betrüger packen Menschen da, wo sie am empfindlichsten sind: bei ihren elementaren Gefühlen. Sie spielen ihnen über die Sozialen Medien Emotionen vor, die ihre Opfer verleiten, große Summen Geld für den angeblich in Not geratenen Menschen zu opfern, der ihnen soeben lieb und teuer geworden ist. Dabei ist die vorgetäuschte Freundschaft oder Liebesbeziehung nur ein Schwindel, der sich über soziale Medien nahezu risikolos aufbauen lässt. Manche Betrüger haben viel Geduld und legen ihren Schwindel über Monate an. Symbolfoto: Pixabay

Lemgo/Kalletal. «Liebe» ist für Menschen ein zentrales Thema. Deshalb gibt es zahlreiche Dating-Plattformen, um Beziehungen anzubahnen. Das Geschäft mit der Liebe zieht natürlich auch Betrüger magisch an: große Beute bei geringem Risiko, erwischt zu werden. Montagnachmittag, 2. März, erstatteten ein Mann aus dem Kalletal und eine Frau aus Lemgo bei der Polizei Strafanzeige wegen Betruges.


Die beiden Senioren hatten über Monate hinweg über soziale Medien und Messenger-Dienste Kontakt zu vermeintlichen Internetbekanntschaften gepflegt. Die unbekannten Betrüger erschlichen sich das Vertrauen der Opfer und täuschten eine Liebesbeziehung beziehungsweise eine enge Freundschaft vor. Unter dem Vorwand finanzieller Notlagen brachten sie die Senioren dazu, hohe Geldbeträge auf fremde Konten zu überweisen oder unzählige Guthabenkarten zu erwerben. Darüber hinaus verschafften sich die Betrüger in einem Fall durch eine vermeintliche Rückzahlung direkten Zugriff auf das Online-Banking einer Geschädigten. Insgesamt entstand in beiden Fällen ein Schaden im fünfstelligen Bereich. Wer Opfer einer ähnlichen Masche geworden ist, wird gebeten, sich direkt bei der Polizei unter (05231) 6090 oder in jeder Polizeidienststelle zu melden.

Die Polizei fragt: «Arbeiten Sie im Einzelhandel oder an der Kasse?» und führt weiter aus: «Wer auf einmal massenhaft Guthabenkarten kauft – egal ob iTunes, Google Play oder ähnliche Produkte – könnte Opfer eines Betruges sein. Betrüger nutzen diese Methode gezielt, um Geld zu erbeuten, ohne Spuren zu hinterlassen.»

Die Polizei rät: «Besprechen Sie im Team, ob Sie Kundinnen und Kunden diskret ansprechen, wenn Ihnen ein solcher Kauf auffällt. Ein einfacher Hinweis kann viel bewirken.» Weitere Informationen zu aktuellen Betrugsmaschen bietet die Polizei hier:

https://lippe.polizei.nrw/artikel/vorsicht-vor-aktuellen-betrugsmaschen