
Detmold. Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen, Sabine Poschmann, hat am Dienstag, 31. März, den offiziellen Grundstein für die neue Wohnanlage Adenauerpark gelegt. Damit ist ein weiteres Kapitel für das inzwischen von zahlreichen Kommunen übernommene „Detmolder Modell“ für bezahlbares Wohnen aufgeschlagen worden.
Die Wohnungsbaugenossenschaft Breitefeld errichtet an der Amelia-Earhart-Straße rund 40 neue Wohneinheiten in Nullenergiehäusern. Zusätzlich werden 24 Wohnungen im Bestand umfassend modernisiert.
Die Parlamentarische Staatssekretärin Sabine Poschmann würdigte das Engagement für den Wohnungsbau in der „Residenz“: „Detmold zeigt, wie es gehen kann! Die Stadt und die Wohnungsbaugenossenschaft Breitefeld schaffen neuen und dauerhaft bezahlbaren Wohnraum. Auch der Bund wird mit Mitteln des sozialen Wohnungsbaus tatkräftig unterstützen. Durch Neubau und Sanierung entsteht ein lebendiges und klimafreundliches Quartier mit Zukunft. Das Detmolder Modell ist ein starkes Beispiel dafür, wie Kommunen selbst aktiv werden können.“
Die Geschichte des Adenauerparks ist die der Umwandlung einer Krise in eine Chance. Ursprünglich wollte in diesem Teil der ehemaligen Siedlung für britische Soldatenfamilien ein privater Investor anstelle vorhandener Häuser vier neue Mehrfamilienhäuser hochziehen. Doch dann war das Projekt für den Bauträger durch die stark gestiegenen Kosten nicht mehr zu realisieren. Damit drohte nicht nur eine Lücke in der Wohnraumversorgung, sondern auch ein Millionenschaden für die Stadt, weil die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) die Vergünstigung des Kaufpreises für die Liegenschaft zurückforderte. Dieser Rabatt war an ein Fertigstellungsdatum gekoppelt, das nun zunächst unerreichbar schien.
In dieser Situation griff Bürgermeister Frank Hilker auf das bewährte Instrument des „Detmolder Modells“ zurück und holte die kommunale Wohnungsgenossenschaft Breitefeld eG ins Spiel. Das Modell zeigte einmal mehr seine Stärke. Statt auf traditionelle, langwierige kommunale Prozesse setzt es auf eine flexible und schlagkräftige Zusammenarbeit zwischen Stadt und Genossenschaft als den Hauptakteuren, die das Thema im „Wir“ angehen, wie es in Detmold mittlerweile guter Brauch ist. Genossenschaft und Stadtverwaltung begreifen sich als Partner, um im Sinne der Kommunikations- und Machbarkeitsverwaltung die Dinge zu ermöglichen, die zu ermöglichen sind.
Im Falle Adenauerpark hieß das: Aufbauend auf den schon vorhandenen Planungsleistungen des privaten Trägers wurde in kürzester Zeit die Baugenehmigung erteilt. Bürgermeister Frank Hilker: „Vertrauen und Kommunikation sind die Basis unserer Zusammenarbeit. Auf dieser Grundlage sind wir schnell und effizient.“ Mit Hochdruck wird daran gearbeitet, die Ziele der BImA für die Fertigstellung zu erreichen.
Die Vorteile dieser Strategie haben mittlerweile etliche Städte erkannt. In NRW haben schon 23 Kommunen das „Detmolder Modell“ übernommen. Bürgermeister Frank Hilker fordert die BImA auf, sich dem anzuschließen. „Statt sich allein darauf zu konzentrieren, Liegenschaften an die Kommunen zu verkaufen, wäre es deutlich nachhaltiger, effizienter und schneller, wenn die BImA ihre eigenen Liegenschaften in solche Genossenschaften einbrächte. Dann könnte vergleichsweise unkompliziert neuer, bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden.“
Der Adenauerpark soll ein „Zuhause für Generationen“ werden, sagt Michael Hoppenberg, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates der Genossenschaft. Vier alte Gebäude sind abgerissen worden. An ihrer Stelle werden drei neue Nullenergiehäuser mit insgesamt 40 Wohneinheiten errichtet, die speziell für Singles, Paare und junge Familien geplant werden. Gleichzeitig werden vier Bestandsgebäude erhalten und saniert, um 24 zeitgemäße Wohnungen für Familien zu schaffen. Insgesamt werden 16 Millionen Euro investiert.





