
Bad Salzuflen/Werl-Aspe. Seltsame Geschichte: Die Polizei suchte heute nachmittag in Werl-Aspe nach einem freilaufenden Hund, der bereits mehrere Personen gebissen und nach ersten Erkenntnissen schwer verletzt haben sollte. Der Hund sollte groß und kräftig sein – ähnlich der Rasse Kangal oder Alabai.
»Das Tier könnte sich im Bereich Bexterbreden in einem Waldgebiet befinden (nahe einer Gasverdichterstation). Der genaue Aufenthaltsort des Hundes ist jedoch aktuell unbekannt, weshalb die Polizei dringend um Hinweise aus der Bevölkerung bittet«, hieß es in der ersten Meldung der Ordnungshüter. Und: »Wer den Hund sieht, meldet seine Hinweise bitte umgehend der Polizei unter 110. Bitte halten Sie sich möglichst von dem Tier fern, um nicht angegriffen zu werden. Eltern werden gebeten, derzeit mit ihren Kindern keine Spielplätze im Freien zu besuchen, bis das Tier gefunden wurde.«
Gegen Abend hat sich herausgestellt: Es gibt keinen freilaufenden bissigen Hund in Bad Salzuflen. Die Polizei konnte nämlich den Aufenthaltsort des Hundes ermitteln und die Geschichte dahinter als »Fake News« entlarven.
Nach aktuellen Erkenntnissen hat sich das Geschehen vollkommen anders zugetragen, als zunächst von den Geschädigten, einer Familie aus Bad Salzuflen, vorgetragen: »Nach jetzigem Ermittlungsstand wurde die Familie nicht von einem freilaufenden Hund gebissen, sondern von einem Tier, das sich bei ihnen zu Hause aufgehalten hat. Wer genau der Halter des Hundes ist, ob das Tier angemeldet war und warum die Familie zunächst falsche Angaben zu dem Sachverhalt gemacht hat, ist Gegenstand der weiteren Ermittlungen, die andauern. Demnach bestand zu keinem Zeitpunkt eine Gefahr für Unbeteiligte, da das Tier nie entlaufen war«, heißt es im aktuellen Polizeibericht.
Das Kreisveterinäramt, ein Tierheim sowie der Kommunale Ordnungsdienst und die Polizei kümmerten sich im weiteren Verlauf des Abends um eine Sicherung des Hundes.
Die Polizei betont: »Es besteht keinerlei Gefahr für die Bürger in Bad Salzuflen durch einen freilaufenden, bissigen Hund!« Wie auch: Hunde sind normalerweise die treuesten Freunde des Menschen, und das seit der Steinzeit vor schätzungsweise 30.000 Jahren.
Erläuterung:
Der Kangal ist auch als »Anatolischer Hirtenhund« bekannt, denn die Herdenschutzhunde stammen ursprünglich aus der Türkei. Dort zogen sie mit Nomaden umher und beschützten Schafherden vor Wölfen und anderen Tieren. Mit einer Schulterhöhe von bis zu 80 Zentimeter sind Kangals eine der größten Hunderassen der Welt. »Hundehalter unterschätzen oftmals, was die Haltung eines solchen Hundes mit sich bringt. Deshalb werden Kangal-Hunde gekauft und dann häufig im Tierheim abgegeben«, mahnt die Tierschutz-Organisation »Peta« und rät davon ab, diese Rasse als Familienhund einzukaufen. »Bitte überlegen Sie sich gut, ob Sie die nötigen Ressourcen wie Zeit, finanzielle Mittel und Platz haben, bevor Sie ein Tier adoptieren.«




