Das Foto zeigt die Jungautoren Oskar Welling und Adrijana Jovanovic, wie sie zusammen mit den rund 40 Gästen Mila Wiesners Geschichte lauschen (von links). Text und Foto: Carolin Jenkner-Cruel

Lage. Wie stellen wir uns das Jahr 2050 vor? Mit dieser Frage haben sich zehn Mädchen und Jungen zwischen 10 und 13 Jahren acht Wochen lang in einer Schreibwerkstatt in der Stadtbücherei Lage beschäftigt. Unter dem Motto „Die Zukunft ist ein leeres Blatt Papier und der Stift liegt in deiner Hand“ haben die Teilnehmer unter der Anleitung von Carolin Jenkner-Cruel Gedichte und Geschichten geschrieben.


Die Ergebnisse haben sie nun bei einer feierlichen Lesung in der Stadtbücherei ihren Familien, dem Förderverein und dem stellvertretenden Bürgermeister Lars Bork präsentiert – und bekamen dafür berechtigterweise großes Lob und viel Applaus. Moderation, Musik und Lesungen: all das haben die jungen Schriftstellerinnen und Schriftsteller bei der Abschlussveran­staltung selbst gemeistert. So wurde das literarische Programm aufgelockert von Mila Wiesner und Elina Adler am Klavier sowie Emilie Wallbaum an der Querflöte.

Ins Jahr 2050 nahmen die Kinder die Gäste dann zunächst mit ihren Gedichten mit. Emilie Wallbaums Gedicht handelte von der Bedeutung der Bücher, Mila Wiesners Gedichte und Geschichten schlugen eher nachdenkliche Töne an. Lasse Ohlberg sorgte mit Thriller-Epilogen für reichlich Spannung, während Finn Jesper Voedisch das Sterntaler-Märchen ins Jahr 2050 transferiert hatte. Milena Lutter stellte sich in ihrer Geschichte „Es ist zu retten“ vor, wie es wäre, im Jahr 2050 in einer von Robotern dominierten Welt aufzuwachen – und was sie dagegen tun würde. In Minel Caymaz‘ Tagebucheintrag aus dem Jahr 2050 bewegt sich die Zahnbürste von ganz allein, während in Adrijana Jovanovics Geschichte die Uhren auf einmal rückswärts ticken.

Das Thema Roboter und KI kam in vielen Geschichten vor, mal positiv, mal negativ: Isabell Wallbaum freundete sich in ihrer Geschichte mit einem netten Roboter an. Oskar Welling hingegen lieferte eine spannende Geschichte, in der er mit seinen Freunden gegen Roboter kämpft. Mit „Der geheime Garten“ hatte Elina Adler eine ganz eigene Fantasiewelt erfunden, in die das Publikum begeistert mit eintauchte. „Wer hätte nicht gerne einen Stift, mit dem er die Zukunft schreiben könnte?“, resümierte der stellver­tretende Bürgermeister Lars Bork, der sich von den Werken der Kinder begeistert zeigte. „Die Fantasie der Kinder hat uns heute einen Blick auf die Zukunft geschenkt – und zugleich darauf, wie lebendig und wertvoll unsere Stadtbücherei ist.“

Michael Biermann, Vorsitzender des Fördervereins Stadtbücherei Lage., fügte an: „Die Kinder haben mit ihrer Fantasie gezeigt, wie lebendig Literatur sein kann. Für die Stadtbücherei ist das eine wunderbare Bestätigung, dass solche Projekte junge Menschen begeistern und ihnen Raum zum eigenen Schreiben geben.“

Die Schreibwerkstatt wird gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen von SchreibLand NRW, einer Initiative des Literaturbüros NRW, unterstützt vom Verband der Bibliotheken NRW. Darüber hinaus übernahm der Förderverein der Stadtbücherei die Teilnehmer­beiträge, sodass die Teilnahme für die Kinder komplett kostenfrei war. Es war die vierte Schreibwerkstatt dieser Art in der Stadtbücherei Lage und Autorin, Kinder, Eltern, der Förderverein und die Büchereileitung sind sich einig, dass es auch im kommenden Jahr eine Neuauflage geben soll.

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Die Lagenser Kinderbuchautorin Carolin Jenkner Cruel leitet auch die Vorlese-Veranstaltung „Lesezwerge“ für die Vier- bis Acht­jäh­rigen. Guckst du hier ⇒