
Oerlinghausen/Detmold/Norderney. Zwischen lippischer Bodenständigkeit und norddeutscher Weite hat sich eine literarische Ermittlerfigur fest etabliert: Koslowski, Privatermittler aus Detmold, ist zurück, und mit ihm sein Erfinder, der längst zu den festen Größen der regionalen Krimiszene zählt. Autor Joachim H. Peters aus Oerlinghausen hat mit „Es stirbt sich schön auf Norderney“ unlängst sein 25. Buch veröffentlicht.
Für den ehemaligen Kriminalhauptkommissar ist dieser Band mehr als nur eine weitere Episode, er markiert sein literarisches Jubiläum. Krimifreunde kennen Koslowski als ruhigen, beharrlichen Ermittler, dessen Vorname konsequent im Dunkeln bleibt. Seit inzwischen 14 Jahren begleitet die Figur ihre Leserschaft durch Mordfälle, Abgründe und gesellschaftliche Bruchlinien.
Vierter Einsatz auf Norderney
In 14 der bislang 25 Bücher von Peters (24 Romane und eine Anthologie als Herausgeber und Co-Autor) steht Koslowski im Zentrum, zum vierten Mal führt ihn ein Fall auf die Nordseeinsel Norderney. Der Ortswechsel ist kein Zufall. Peters und seine Frau verbringen regelmäßig ihren Urlaub auf der Insel, wo zwischen Strandspaziergang und Dünenlandschaft die Idee reifte, den Ermittler nicht nur in Lippe, sondern auch am Meer arbeiten zu lassen. Mit den Füßen im Sand der Weißen Düne begann eine Erfolgsgeschichte, die Peters auf Norderney zu einem bekannten Gesicht gemacht hat, inklusive Lesungen und Signierstunden.
Mysteriöses Päckchen mit verstörendem Inhalt
Auch im neuen Band pendelt Koslowski zwischen Detmold und den Dünen von Norderney. Was als kurze Auszeit gedacht ist, entwickelt sich rasch zu einem gefährlichen Fall. Zwei junge Frauen verschwinden spurlos, ein Straftäter ist auf der Flucht, und Koslowski erhält ein mysteriöses Päckchen: Darin liegt die blutbefleckte Uhr seines Freundes Marius van Briel, der ebenfalls verschwunden ist.
Aus einem vermeintlichen Vermisstenfall wird ein mörderisches Katz‑und‑Maus‑Spiel, das den Ermittler durch Promenade, Inseltrubel und abgeschiedene Orte führt, und deutlich persönlicher wird, als zunächst abzusehen war. „Mehrere Handlungsstränge könnten dabei miteinander verknüpft sein“, erklärt Peters schmunzelnd.
Auf 220 Seiten verbindet der Lippe‑Nordsee‑Krimi klassische Spannung mit aktuellen Themen. Neben mehreren Morden und Rache spielen Künstliche Intelligenz und Schönheitsideale rund um eine Modenschau eine zentrale Rolle. Peters stellt Fragen, die über den Kriminalfall hinausweisen: Was ist künstlich, was ist echt? Es sind diese gesellschaftlichen Reflexionen, die seine Romane seit Jahren prägen und ihnen über den reinen Plot hinaus Tiefe verleihen.
Hobby und Handwerk
Der Erfolg gibt dem Autor Recht. Schätzungen zufolge wurden bislang zwischen 35.000 und 40.000 Bücher aus Peters’ Gesamtwerk verkauft, allein die beiden vorherigen Norderney‑Romane gingen jeweils mehr als 5.000-mal über die Ladentheken. Und auch die Auflage des aktuellen Titels sei bereits wieder zur Hälfte verkauft, erklärt Peters.
Die Reihe um Koslowski gilt damit als die erfolgreichste und langlebigste im Krimikosmos des Autors. Schreiben sei für ihn mittlerweile „Hobby und Handwerk zugleich: Je mehr man schreibt, desto einfacher ist es. Nach 25 Büchern muss man sich nichts mehr beweisen.“
Erschienen ist „Es stirbt sich schön auf Norderney“ im Gütersloher Verlag „ostwestfaelisch.de“ von Matthias Börner. Die broschierte Ausgabe für 15 Euro ist überall im Buchhandel erhältlich, ob in Lippe oder auf der Insel selbst. Der Klappentextbeitrag stammt indes von Wilhelm Loth, dem Geschäftsführer der Staatsbad Norderney GmbH, oder auch kurz „Kurdirektor“ genannt.
„Krimi-Kabarett“ in Lage und Detmold
So fand die Premierenlesung am 17. April standesgemäß am „Tatort“ statt: in der Thalia‑Buchhandlung auf Norderney. Weitere Termine in heimischen Gefilden folgen am 13. Juni im Haus des Gastes in Lage‑Hörste, anlässlich des Jubiläums „20 Jahre Garten der Poesie“, sowie am 25. Juni beim Open‑Air‑Abend im Archäologischen Freilichtmuseum Detmold. Beide Veranstaltungen beginnen um 19 Uhr.
Seine Lesungen versteht Peters traditionell als eine Art „Krimi‑Kabarett“, frei nach Bob Hope: „Für ein fröhliches Gesicht muss man weniger Muskeln anstrengen als für ein grimmiges.“
„Bulle vom Töns“ erhält Fortsetzung
Stillstand ist für den Oerlinghauser Autor ohnehin keine Option. Sein kommender historischer Roman, die Fortführung von „Der Bulle vom Töns“ unter dem Titel „Der Bulle vom Töns – und der tote König“, ist bereits fertig geschrieben und geht in Kürze in das Korrektorat und Lektorat. Eine Veröffentlichung wird ab Herbst erwartet.
Parallel dazu läuft die Konzeption des 15. Koslowski‑Romans, dessen Erscheinen der 67-Jährige für das Frühjahr 2027 anpeilt. Für dieses Jahr stehen zudem zahlreiche Auftritte in ganz OWL im Kalender. Ein weiteres literarisches Programm soll im Herbst zunächst in Österreich Premiere feiern und später auch in Lippe und Umgebung präsentiert werden. Auch eine Moderationsveranstaltung in Oerlinghausen ist in Planung.
LWZ verlost handsignierte Bücher
Die LWZ verlost fünf von Joachim H. Peters handsignierte Exemplare seines neuesten Buches „Es stirbt sich schön auf Norderney“. Um an der Verlosung teilzunehmen, gilt es, die folgende Frage zu beantworten und die korrekte Lösung per E-Mail mit dem Stichwort „Norderney“ zu schicken: Sein wievieltes Buch hat Joachim H. Peters mit „Es stirbt sich schön auf Norderney“ herausgebracht? Einsendeschluss ist Mittwoch, 13. Mai 2026. Die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt; der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Bücher können im LWZ-Verlagshaus (Plantagenweg 34, Detmold) abgeholt werden.




