Für seinen jahrzehntelangen Einsatz als Präsidiumsmitglied für die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald wurde Cajus Caesar (rechts) nun von Ursula Heinen-Esser (Präsidentin Schutzgemeinschaft Deutscher Wald), Jörg Düning-Gast (Verbandsvorsteher Landesverband Lippe) und Bundestagsmitglied Christian Haase (von links) mit einem rund zwei Tonnen schweren Findling mitten im Wald ausgezeichnet. Foto: Reiner Toppmöller

Kreis Lippe/Kalletal. Wie ehrt man eine Person für ihre Lebensleistung, die schon alle Auszeichnungen bekommen hat? Wie wäre es mit einem rund zwei Tonnen schweren Findling mitten im Wald?


So ein Findling steht jetzt im Kalletaler Wald, der die Lebensleistungen und den Einsatz Cajus Caesars für den Wald in Deutschland würdigen soll. Für sein jahrzehntelanges Engagement, ob vor Ort oder als Präsidiumsmitglied der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW), wurde er bereits mit der ”Goldenen Nadel” geehrt. Für seine weiteren vielfältigen Aktivitäten verlieh man ihm später noch die „Goldene Tanne“. Diese hohe Ehrung ist bisher nur äußerst selten vergeben worden.

Nunmehr entstand im Präsidium der SDW die Idee, einen Findling mit Gravur in Caesars ehemaligem Forstrevier im Kalletal, wo er von 1980 bis 1998 Revierförster war, aufzustellen. Das Präsidium ehrt damit den ehemaligen lippischen Förster, Lokalpolitiker, Bundestagsabgeordneten und früheren Waldbeauftragten der Bundesregierung, der seit vielen Jahrzehnten Mitglied in der SDW ist.

Zur Ehrung im Regionalverband OWL waren zahlreiche geladene Gäste bei strömendem Regen in das ehemalige Arbeitsgebiet des CDU-Politikers gekommen. Darunter die Präsidentin der SDW, Ursula Heinen-Esser, die die Auszeichnung vornahm. Grußworte sprachen zudem der Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates, der Bundestagsabgeordnete Christian Haase, und der Verbandsvorsteher des Landesverbandes Lippe, Jörg Düning-Gast.

Ursula Heinen-Esser bezeichnete Cajus Caesar als Visionär und Vordenker, der als jüngster Revierförster in NRW schon früh daran dachte, resilienten Wald aufzubauen. Er sei ein großes Vorbild für alle seine Nachfolger, erklärte sie. Christian Haase betonte, dass Caesar schon vor langer Zeit Entscheidungen für den Wald getroffen habe, die jetzt erste Wirkung zeigten. „Du hast den Wald schon früh in die Politik getragen und Brücken gebaut“, sagt er zu seinem ehemaligen Bundestagskollegen.

Jörg Düning-Gast bezeichnete den Ausgezeichneten als väterlichen Freund und stellte lachend fest, dass er immer noch sein Dienstherr sei. „Der Wald und dessen Weiterentwicklung lagen Ihnen stets am Herzen. Wir mussten nicht lange nachdenken, um den Standort für den Findling zu finden. Hier am Kirchberg, dem Ort Ihrer ersten Försterei, steht er nun als Symbol für ihre Tätigkeit“, so der Landesverbandsvorsteher.

Der Stein steht nun unweit des Wanderparkplatzes an der Kirchbergstraße zwischen Langenholzhausen und Varenholz in seinem allerersten Küstentannen-Pflanzbestand in direkter Nachbarschaft zu einer forstlichen Projektfläche klimaresistenter Baumarten, deren finanzielle Bundesförderung Caesar zu verdanken ist.

Der Samen der hitzeresistenten Küstentanne sei damals aus Preußisch Oldendorf gekommen, erzählte Caesar. In seinem eigenen Wald, unweit der Stelle des Findlings, hat er jetzt selbst den Rahmen für anerkannte Samenproduktion der auch gegen Borkenkäfer unempfindlichen Bäume geschaffen.