Bunte Farben machen graue Betonwände freundlicher und tragen dazu bei, „Angst-Orte“ optisch zu entschärfen. Street-Art-Profis haben dafür gesorgt, dass die Arbeit der Sekundarschüler Lage (im Bild) schön erhalten bleibt. Trotzdem bleibt die Unterführung ein „Angst-Ort“, und der im Folgenden berichtete Vorfall bestätigt dieses Image. Archivfoto: Thomas Mahlmann/Zdi-Zentrum Lippe MINT.

Lage. In der Nacht sind alle Katzen grau. Selbst die farbenfrohen Graffiti-Gemälde in der Unterführung an der Bahnhofstraße verlieren nach Mitternacht ihre Leuchtkraft. Wo tagsüber Menschen auf dem Weg zum Bahnhof geschäftig unterwegs sind, herrscht dann Stille, und die Schatten jagen einander. Genau hier und gegen Mitternacht wurde von Mittwoch auf Donnerstag, 8./9. Juli, für einen 18-jährigen Lagenser aus dem gewöhnlichen Heimweg ein Albtraum.


Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei griffen mehrere Täter den jungen Mann plötzlich und ohne Vorwarnung an. Fäuste trafen ihn, ein Motorradhelm wurde ihm gegen den Kopf geschlagen. Schließlich rissen die Angreifer den 18-Jährigen zu Boden. Verletzt und wehrlos musste er die Gewalt über sich ergehen lassen. Dabei erlitt er Blessuren.

Doch der Überfall hatte offenbar ein klares Ziel: Sein Mobiltelefon. Nachdem die Täter das Handy gefordert und an sich gebracht hatten, verschwanden sie in der Dunkelheit. Einer der Tatverdächtigen – ein Mann mit auffälligem Ziegenbart – flüchtete auf einer Motocrossmaschine. Von den übrigen Beteiligten fehlt bislang jede Spur.

Jetzt setzt die Polizei auf Zeugen. Wer die Tat beobachtet hat oder Hinweise zu den Tätern geben kann, wird gebeten, sich unter Telefon (05231) 6090 beim Kriminalkommissariat 2 zu melden.