
Lage. Drei mit einer mutmaßlich brennbaren Flüssigkeit getränkte Stadttauben innerhalb eines Monats, zwei verendete Tiere und ein weiterer Vogel in kritischem Zustand: Mehrere Vorfälle in Lage sorgen derzeit bei Tierschützern, Behörden und Bürgern für große Besorgnis.
Die Stadttaubenhilfe Detmold e. V. und der Tierschutzverein „Unsere Hände für viele Pfoten e. V.“ haben Strafanzeige erstattet und hoffen gemeinsam mit der Polizei auf Hinweise aus der Bevölkerung.
Nach Angaben der beiden Vereine wurden in den vergangenen Wochen drei Stadttauben an unterschiedlichen Orten im Stadtgebiet aufgefunden, die mit Benzin getränkt worden sein sollen.
Für zwei der Tiere kam jede Hilfe zu spät. Sie starben an den Folgen der erlittenen Verletzungen. Eine dritte Taube wurde am 13. August aufgefunden und befindet sich nach Angaben der Stadttaubenhilfe Detmold weiterhin in einem lebensbedrohlichen Zustand.
Die bislang bekannten Funde ereigneten sich am 13. Juli an der Mühlenstraße 4, am 16. Juli in der Elisabethstraße unter der Brücke sowie am 13. August gegen 15.30 Uhr auf dem Lagenser Marktplatz.
Dass innerhalb eines Monats drei Tiere an verschiedenen Orten auf diese Weise aufgefunden wurden, erfüllt die beteiligten Tierschutzvereine mit Sorge. „Das ist keine Lappalie, sondern massive Tierquälerei, und es macht uns fassungslos und wütend, dass wehrlosen Tieren bewusst derartiges Leid zugefügt wird“, erklären die Stadttaubenhilfe Detmold e. V. und der Verein „Unsere Hände für viele Pfoten e. V.“ in einer gemeinsamen Stellungnahme.
Die Vereine weisen darauf hin, dass Tauben sich nicht gegen Menschen wehren könnten. Das Übergießen oder Tränken mit einer brennbaren Flüssigkeit könne schwere Verletzungen, Vergiftungen, Atemprobleme und einen qualvollen Tod verursachen. Zwei Tiere hätten die Folgen der Taten bereits mit ihrem Leben bezahlt, während eine weitere Taube derzeit noch um ihr Überleben kämpfe.
Zugleich betonen die Tierschützer, dass ein solches Vorgehen nichts mit dem Vertreiben von Tauben oder einer vermeintlichen „Säuberung“ zu tun habe. Wer einem Tier bewusst derartige Schmerzen zufüge, begehe Tierquälerei.
Die Vereine haben Strafanzeige erstattet. Die zuständigen Stellen wurden über die Vorfälle informiert. Ziel sei es, die Fälle aufzuklären und die verantwortliche Person oder die verantwortlichen Personen zur Rechenschaft zu ziehen.
Auch die Polizei beschäftigt sich inzwischen mit den Taten. Nach Angaben der Ermittler führt das Kriminalkommissariat 5 die Ermittlungen wegen möglicher Verstöße gegen das Tierschutzgesetz.
Besondere Bedeutung messen die Vereine und die Polizei möglichen Beobachtungen rund um den jüngsten Vorfall bei. Vor allem für den 13. August gegen 15.30 Uhr auf dem Marktplatz in Lage könnten Hinweise von Passanten für die Aufklärung von Bedeutung sein. Gesucht werden Angaben zu verdächtigen Personen, Fahrzeugen oder ungewöhnlichen Beobachtungen im Umfeld der Fundorte.
Die Tierschutzvereine appellieren an die Bevölkerung, aufmerksam zu bleiben und verdächtige Beobachtungen den zuständigen Behörden zu melden. Von eigenen Eingriffen oder der direkten Konfrontation verdächtiger Personen raten sie ausdrücklich ab. Stattdessen sollten Beobachtungen möglichst genau dokumentiert und weitergegeben werden.
Hinweise nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 05231/6090 entgegen. Ziel aller Beteiligten sei es, die Hintergründe der Vorfälle aufzuklären und weitere Taten zu verhindern. „Niemals darf ein Tier Opfer einer solchen Grausamkeit werden“, erklären die Vereine.





