Die neue Ausstellung in der Wandelhalle widmet sich bekannten und verschwundenen Gebäuden im Stadtbild und bringt spannende Einblicke, wie etwa die unterschiedlichen Entwürfe für die Paulinenquelle. Foto: Stadt Bad Salzuflen

Bad Salzuflen. Das Stadtbild von Bad Salzuflen ist geprägt von historischen Bauten, architektonischen Besonderheiten und verborgenen Zeitzeugnissen. Mit „Steinreich. Salzufler Gebäude und ihre Geschichten“ widmet das Stadtarchiv Bad Salzuflen diesem bau-kulturellen Erbe eine neue Sonderausstellung in der Wandelhalle.


Im Mittelpunkt stehen zehn ausgewählte Gebäude und die Geschichten der Menschen, die sie einst bewohnten und prägten. Die Schau soll eine Brücke schlagen, von denkmalgeschützten Wahrzeichen bis hin zu verlorenen Schätzen der Stadt, und will zugleich die Lebensrealität im heutigen Denkmal hinterfragen.

Baukultur zwischen Tradition, Erinnerungskultur und Wandel

Die Ausstellung führt Besucher durch unterschiedliche Kapitel der Salzufler Stadtgeschichte. Zu den gezeigten Objekten gehören prägende Wahrzeichen wie die Paulinenquelle auf dem Salzhof, deren brunnenbaulicher Überbau auf den Siegerentwurf des Architekten Gustav Reitner zurückgeht, sowie die historische Brandes´sche Apotheke am Markt, deren veränderte Außenfassade im Vorher-Nachher-Vergleich beleuchtet wird.

Auch das Haus Hasse, das heute als evangelisch-reformiertes Gemeindezentrum dient, stellt ein Element dar. Dort zeichnet die Ausstellung das Porträt der Familie Hasse nach und präsentiert besondere Exponate – darunter einen Bilderrahmen, den der Salzufler Tischler Ralf Romanik aus Original-Holzbalken des Hauses gefertigt hat.

Sagen, Schicksale und verschwundene Schätze

Neben den sichtbaren Denkmälern widmet sich die Schau auch eindringlichen historischen Schicksalen und verlorenen Schätzen. Das Haus Obermeyer an der Langen Straße 41 erinnert an die Verfolgung der gleichnamigen Familie; gezeigt werden unter anderem historische Eisenwaren aus Salzufler Denkmälern.

Die Tradition des lokalen Buchhandels wird am Beispiel der Buchhändlerfamilie Maschke an der Osterstraße 48 lebendig. Sagenumwoben präsentiert sich die Geschichte des Schennershagen 9 mit Bezügen zu Anna Wange und der historischen Hexenverfolgung sowie der abgerissene Schliepsteiner Turm, der mit der bekannten Schliepsteiner Sage um ein verirrtes Geschwisterpaar und das traditionelle Neun-Uhr-Abendläuten verknüpft ist.

Umstrittene Kapitel der jüngeren Stadtgeschichte kommen ebenfalls zur Sprache: Das Schicksal der abgerissenen Villa Strunk an der Wenkenstraße 43 dokumentiert die damaligen Bürgerproteste. Wie denkmalgerechte Sanierung heute gelingen kann, zeigen schließlich die Beispiele Am Herforder Tor 9 und Schennershagen 11, bei denen die Motivation der Eigentümer sowie gelungene Transformationen im Mittelpunkt stehen.

Begleitende Vortragsreihe im Kurhaus

Um die Themen der Ausstellung wissenschaftlich und vertiefend zu beleuchten, veranstaltet das Stadtarchiv in Zusammenarbeit mit dem Heimat- und Verschönerungsverein ab Ende September eine begleitende Vortragsreihe. Die Vorträge finden jeweils dienstags um 18 Uhr im Kurhaus Bad Salzuflen (Raum Loose) statt.

Der Auftakt erfolgt am 22. September mit Dr. Heinrich Stiewe, der über die denkmalgerechte Restaurierung eines Fachwerkanwesens aus dem Jahr 1664 im benachbarten Blomberg berichtet.

Am 29. September beleuchtet Inga Bernhard die Hintergründe zum Abbruch der Villa Strunk, bevor Georg Heil am 6. Oktober neue und überraschende Erkenntnisse zum Salzwerk Salzuflen vorstellt.

Dr. Stefan Wiesekopsieker widmet sich am 13. Oktober den verloren gegangenen Schätzen des Stadtbildes. Den Abschluss der Reihe bildet am 20. Oktober Dr. Manuela Kramp mit einer Einordnung der Ereignisse fünf Jahre nach der Flutkatastrophe an Ahr und Erft.

Besuchsinformationen und Service

Die Sonderausstellung „Steinreich. Salzufler Gebäude und ihre Stadtgeschichten“ ist noch bis zum 25. Oktober täglich in der Zeit von 9 bis 18 Uhr in der Wandelhalle Bad Salzuflen zu besichtigen. Der Eintritt zur Ausstellung sowie zu allen Vorträgen der Begleitreihe im Kurhaus ist kostenlos. Eine vorherige Anmeldung für die Vorträge ist nicht erforderlich.