Symbolbild. Foto: Pixabay

Landkreis Schaumburg/Nienburg. Nach einem Vorfall im Landkreis Schaumburg warnt die Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg eindringlich vor dem sogenannten „Choking-Game“, einem lebensgefährlichen Online-Trend, der insbesondere über soziale Netzwerke verbreitet wird. In dieser Woche mussten Rettungsdienst und Polizei ausrücken, nachdem ein minderjähriger Jugendlicher infolge der gefährlichen Mutprobe das Bewusstsein verloren hatte.


Nach Angaben der Polizei wird bei dem als „Choking-Game“ bezeichneten Trend die Sauerstoffversorgung des Gehirns bewusst eingeschränkt, indem der Hals zugedrückt wird. Ziel sei es, einen kurzfristigen Rauschzustand hervorzurufen. In sozialen Medien werde die Handlung teilweise als Challenge oder Mutprobe inszeniert, gefilmt und anschließend verbreitet.

Im aktuellen Fall soll ein minderjähriger Jugendlicher aus dem Landkreis Schaumburg die im Internet kursierende Challenge angewandt haben. Nach den bisherigen Erkenntnissen nahm er einen ebenfalls minderjährigen Jugendlichen in einen Würgegriff und hielt diesen so lange aufrecht, bis der Betroffene das Bewusstsein verlor. Alarmierte Rettungskräfte versorgten den Jugendlichen umgehend. Anschließend wurde er in die Obhut seiner Eltern übergeben.

Die Polizei betont ausdrücklich, dass es sich bei solchen Handlungen keineswegs um harmlose Mutproben handelt. Selbst dann nicht, wenn die betroffene Person der Handlung zugestimmt habe oder diese selbst vorgeschlagen habe. Aufgrund der erheblichen Gesundheitsgefahren sei eine wirksame Einwilligung rechtlich nicht möglich.

Die Ermittler weisen darauf hin, dass das Abschnüren der Blutzufuhr oder der Atemwege zu einer Sauerstoffunterversorgung des Gehirns führt. Neben unkontrollierten Sturzverletzungen drohten schwerwiegende gesundheitliche Folgen wie irreversible Hirnschäden oder sogar der Tod. In vergleichbaren Fällen leiten die Strafverfolgungsbehörden konsequent Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung ein.

Auch wenn der Polizei bislang lediglich Einzelfälle bekannt geworden sind, richtet sie einen eindringlichen Appell an Eltern und Erziehungsberechtigte. Diese sollten das Gespräch mit ihren Kindern suchen und offen über die Gefahren von Social-Media-Trends und sogenannten Online-Challenges sprechen. Jugendlichen müsse bewusst gemacht werden, dass körperliche Übergriffe lebensgefährliche Konsequenzen haben können.

Zugleich macht die Polizei darauf aufmerksam, dass nicht nur die Durchführung solcher Handlungen strafrechtliche Folgen haben kann. Auch das Animieren anderer Personen zu derartigen Aktionen oder die Verbreitung entsprechender Inhalte könne strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.

Darüber hinaus raten die Beamten, Kinder und Jugendliche für Gruppenzwang zu sensibilisieren. Sie sollten bestärkt werden, gefährliche Mutproben abzulehnen und sich von entsprechenden Situationen zu distanzieren, auch wenn diese aus dem Freundeskreis heraus entstehen.

Schließlich empfiehlt die Polizei Eltern, die Mediennutzung ihrer Kinder aufmerksam zu begleiten und sich regelmäßig über aktuelle Trends auf Plattformen wie TikTok oder Instagram zu informieren. Auf diese Weise könnten potenzielle Risiken frühzeitig erkannt und gefährliche Entwicklungen rechtzeitig thematisiert werden.