Kreis Lippe. Die Arbeitslosigkeit im Kreis Lippe ist im August erneut gestiegen. Nach aktuellen Zahlen der Agentur für Arbeit Detmold-Paderborn waren 12.672 Menschen ohne Beschäftigung gemeldet. Das sind 289 Personen oder 2,3 Prozent mehr als im Juli.
Im Vergleich zum Vorjahresmonat stieg die Zahl der Arbeitslosen um 861 Personen beziehungsweise 7,3 Prozent. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich auf 6,8 Prozent, nachdem sie im August 2025 noch bei 6,3 Prozent gelegen hatte.
„In den Sommerferien ist die Arbeitslosigkeit im Kreis Lippe weiter gestiegen. Auch im August haben sich noch vermehrt Personen nach einer Ausbildung arbeitslos gemeldet, was zu diesem Anstieg beigetragen hat“, erklärt Mathilde Schulze-Middig, Leiterin der Agentur für Arbeit Detmold-Paderborn.
Gleichzeitig verweist sie auf die weiterhin hohe Dynamik am Arbeitsmarkt. So meldeten sich im August 884 zuvor erwerbstätige Personen arbeitslos, 52 mehr als vor einem Jahr. Dem gegenüber standen 707 Menschen, die durch die Aufnahme einer Beschäftigung ihre Arbeitslosigkeit beenden konnten. Das waren 32 mehr als im August 2025.
Trotz einer zuletzt gefestigten Konjunktur stagniere die Entwicklung am Arbeitsmarkt weiterhin, so Schulze-Middig. Sie setzt auf den üblichen Herbstaufschwung nach der Ferienzeit und appelliert an die Unternehmen, offene Stellen bei der Arbeitsagentur zu melden. Die Behörde unterstütze Arbeitgeber nicht nur bei der Vermittlung von Arbeits- und Fachkräften, sondern auch mit umfangreichen Förder- und Qualifizierungsangeboten.
Mehr Arbeitslose in beiden Rechtskreisen
In der Arbeitslosenversicherung (SGB III) waren im August 4.668 Menschen registriert. Das sind 81 Personen mehr als im Vormonat und 433 mehr als vor einem Jahr.
Auch im Bereich der Grundsicherung (SGB II) stieg die Zahl der Betroffenen. Insgesamt erhielten 8.004 Menschen Bürgergeld beziehungsweise Leistungen der Grundsicherung. Das sind 208 Personen mehr als im Juli und 428 mehr als im Vorjahresmonat. Damit gehören 63,2 Prozent aller Arbeitslosen im Kreis Lippe zum Bereich der Grundsicherung.
Jugendarbeitslosigkeit deutlich gestiegen
Besonders auffällig ist die Entwicklung bei jungen Menschen. Im August waren 1.568 Arbeitslose unter 25 Jahren registriert. Gegenüber dem Vormonat entspricht das einem Anstieg um 124 Personen oder 8,6 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich die Zahl um 162 Personen beziehungsweise 11,5 Prozent.
Die Zahl der arbeitslosen Menschen ab 50 Jahren stieg dagegen nur leicht. Mit 4.243 Betroffenen lag sie um zehn Personen über dem Juli-Wert. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Plus von 289 Personen oder 7,3 Prozent.
Weniger Langzeitarbeitslose als im Vormonat
Positiv entwickelte sich die Zahl der Langzeitarbeitslosen. Sie sank im August um 30 Personen auf 5.439 Betroffene. Im Vergleich zum Vorjahr liegt die Zahl allerdings weiterhin um 362 Personen beziehungsweise 7,1 Prozent höher. Rund 91,8 Prozent der Langzeitarbeitslosen beziehen Leistungen der Grundsicherung.
Die Unterbeschäftigung, die neben den Arbeitslosen auch Menschen in Fördermaßnahmen oder Mutterschutz umfasst, stieg im August um 143 Personen auf insgesamt 16.788 Menschen. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Unterbeschäftigung jedoch um 1,7 Prozent zurück.
Zahl offener Stellen bleibt stabil
Die Unternehmen im Kreis Lippe meldeten im August 464 neue Arbeitsstellen. Das waren 43 weniger als im Vormonat, jedoch zehn mehr als ein Jahr zuvor.
Insgesamt befanden sich Ende August 2.471 offene Stellen im Bestand der Arbeitsagentur. Damit blieb die Nachfrage nach Arbeitskräften weitgehend stabil. Gegenüber Juli sank die Zahl der offenen Stellen um zwölf, im Vergleich zum Vorjahr stieg sie um 25.
Ausbildungsmarkt mit mehr unversorgten Bewerbern
Auf dem Ausbildungsmarkt haben sich seit Beginn des Berufsberatungsjahres im Oktober 2025 insgesamt 2.341 Bewerber für Ausbildungsplätze gemeldet. Das sind sieben mehr als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig wurden 1.965 Ausbildungsstellen gemeldet, neun mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Ende August waren noch 357 Bewerber unversorgt. Das entspricht einem Anstieg um 42 junge Menschen oder 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zugleich blieben 322 Ausbildungsstellen unbesetzt, vier mehr als vor einem Jahr.
Nach Einschätzung der Agentur für Arbeit bleibt die Qualifizierung von Beschäftigten und Arbeitssuchenden ein entscheidender Faktor, um den Herausforderungen durch Digitalisierung, neue Technologien und den demografischen Wandel zu begegnen.






