Marion Huppa (links) und die stellvertretende Bürgermeisterin Sabine Mirbach (Zweite von rechts) ehren die seit 70 Jahren in der Siedlung wohnenden Familien. Foto: Reiner Toppmöller

Bad Salzuflen. Als die ersten Siedler nur wenige Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg das Gebiet in Wülfer-Bexten Nord, unterhalb von Werl-Aspe, eroberten, war dort außer Acker nichts. Dass „Knetterheide“, wie es bis vor wenigen Jahren noch hieß, einmal ein prosperierender Ortsteil und damit Bad Salzuflens größter Ortsteil werden würde, daran vermochte damals noch niemand zu glauben.


Zu dieser Zeit führte von Bexten nach Salzuflen lediglich eine schlecht ausgebaute Straße. Berührungspunkte mit der Nachbarstadt gab es kaum. Erst die Gebietsreform in den 1960er-Jahren brachte engere Verbindungen mit sich. Die Menschen waren froh, ein Stück bezahlbares Land zur Bebauung und Selbstversorgung zu erhalten.
So sind die dortigen Grundstücke, wie auch in den anderen Siedlungsgebieten des Ortsteils, die sich wenig später anschlossen, nicht gerade klein. Ein Umstand, von dem Neubürger im Südfeld heute nur träumen können.
Aber so war es damals: Es herrschte Platz für ein kleines, 1,5-geschossiges Häuschen, vielleicht auch ein kleiner Stall für Hühner, ein Schwein und genügend Land zum Beackern. Nur noch wenige der ersten Siedler leben noch immer dort. Inzwischen hat die dritte oder vierte Generation die Häuser bezogen und über die Jahre erweitert.

Am 12. und 13. September fand nun das turnusmäßig alle drei Jahre veranstaltete Fest der Siedler unter dem Motto ”70 Jahre West- und Nordstraße” statt. Erneut gab es ein buntes Programm für Jung und Alt mit Nachbarschaftskaffeetrinken, einem Darts-Cup, Kinderschminken, der rollenden Waldschule, Tanzvorführungen von „Kids und Teens“ Bexterhagen, einer Tombola, einer Candy-Bar mit freiwilliger Spende für die Kita Wülfer und einem Festumzug am Sonntag durch die Anliegerstraßen.

Der Höhepunkt am Samstag war für viele aber der Höhenflug mit der Gondel der Firma Glässner auf mehr als 40 Meter. Während samstags das Wetter noch mitmachte, sorgte am Sonntag Dauerregen für eher getrübte Stimmung.

Doch am Samstag gab es Urkunden für die ältesten Siedler. Dazu war auch die stellvertretende Bürgermeisterin Sabine Mirbach gekommen. Bevor Mitorganisatorin Marion Huppa die Familien aufrief, um sie mit der Urkunde zu würdigen, richtete die Bürgermeisterin noch ein paar Worte an die Gäste im Festzelt. Eine Siedlung, so sagte sie, bestehe aus Nachbarn, die sich kennen, und Diskussionen über den Gartenzaun. Das sei, was Heimat ausmache.

Zu den am längsten dort wohnenden Personen gehören aus der Weststraße die Familien Stief/Berndt, Gleisner/Schalk, Neumann, Müller/Most, Horn, Huppa, Kwasny/Wagner, Reimann/Pankoke, Janzen, Kirchner/Buschkamp und Köhler sowie aus der Nordstraße die Familien Gillner, Jorban/Hagen und Madelke. Sie alle bekamen eine Urkunde überreicht.