Kirchlengern/Bielefeld/Gütersloh. Nach den Schüssen auf eine Shisha-Bar in Gütersloh in der vergangenen Woche beschäftigt eine weitere mutmaßliche Schussabgabe die Ermittlungsbehörden. In der Nacht zu Sonntag, 18. Oktober, nahm ein bislang unbekannter Täter eine Autovermietung in Kirchlengern ins Visier. Die Bielefelder Ermittlungskommission hat die Untersuchungen übernommen.
Nach bisherigen Erkenntnissen löste der Unbekannte gegen 3.51 Uhr den Alarm einer Autovermietung an der Elsestraße in Höhe der Industriestraße aus. Anschließend soll er mehrfach auf das zum Tatzeitpunkt menschenleere Gebäude geschossen haben.
Bereits wenige Tage zuvor, am Mittwoch, 14. Oktober, waren Schüsse auf eine Shisha-Bar an der Berliner Straße in Gütersloh abgegeben worden. Nach Angaben der Ermittler hatte ein unbekannter Täter dort gegen 2.10 Uhr ebenfalls mehrfach auf das leerstehende beziehungsweise menschenleere Objekt geschossen.
Mit der Tat in Kirchlengern erweitert sich der Komplex von Schussdelikten, mit denen die Bielefelder Ermittlungsgruppe befasst ist. Nach aktuellem Stand führt die Ermittlungskommission nun Untersuchungen zu insgesamt neun Taten mit fünf Geschädigten in Bielefeld sowie jeweils einer weiteren Tat mit einem Geschädigten in den Kreisen Gütersloh und Herford.
„Gen-Z-Mafia“ im Visier
Hinter den Taten soll die sogenannte „Gen-Z-Mafia“ stecken. Der Begriff bezeichnet eine neue Art von international agierenden, oft türkisch-kurdischen Jugend- und Straßenbanden, deren Mitglieder meist der „Generation Z“ angehören und sich demnach im Alter von 15 bis Ende 20 befinden.
Der Schwerpunkt ihrer kriminellen Handlungen ist vor allem die schwere Schutzgelderpressung (etwa gegenüber Geschäftsleuten im fünf- bis sechsstelligen Bereich), ergänzt durch Brandanschläge, Schüsse auf Häuser und Geschäfte, Drogenraub und Auftragsgewalt.
Ob zwischen den Vorfällen ein direkter Zusammenhang besteht, ist Gegenstand der laufenden Ermittlungen. Die Polizei arbeitet daran, die Hintergründe der Taten sowie die Identität der bislang unbekannten Täter zu klären.






