
Kreis Lippe. An diesem Wochenende endet die Sommerzeit. Die Uhren werden zurückgestellt, die Nächte werden länger. Doch die Diskussion über Sinn und Unsinn der Zeitumstellung geht weiter. Eine dauerhafte Lösung in Europa ist bislang nicht in Sicht.
Eine Stunde länger schlafen, morgens früher hell und abends früher dunkel: In der Nacht von Samstag, 24. Oktober, auf Sonntag, 25. Oktober, ist es wieder so weit: Um 3 Uhr werden die Uhren auf 2 Uhr zurückgestellt. Damit gilt wieder die Mitteleuropäische Zeit, die umgangssprachlich auch Winterzeit genannt wird. Der Sonntag hat dadurch ausnahmsweise 25 Stunden.
Was für Langschläfer eine willkommene zusätzliche Stunde bedeutet, bringt den Tagesrhythmus mancher Menschen durcheinander. Denn die innere Uhr orientiert sich nicht allein an den Ziffern auf dem Wecker. Auch Licht und Dunkelheit beeinflussen den Schlaf-Wach-Rhythmus.
Die Umstellung kann deshalb vorübergehend zu Müdigkeit, Einschlafproblemen und Konzentrationsschwierigkeiten führen. Im Herbst fällt die Anpassung vielen Menschen allerdings leichter als im Frühjahr, wenn ihnen eine Stunde Schlaf genommen wird.
Warum werden die Uhren umgestellt?
Die Idee hinter der Sommerzeit klingt zunächst einleuchtend: Wenn die Uhren im Frühjahr vorgestellt werden, bleibt es nach Feierabend länger hell. Dadurch soll das Tageslicht besser genutzt und Energie eingespart werden. In Deutschland wurde die Zeitumstellung 1980 erneut eingeführt. Bereits während des Ersten Weltkriegs hatte es eine Sommerzeit gegeben.
Ob die Umstellung tatsächlich nennenswert Energie spart, ist allerdings umstritten. Auch die Auswirkungen auf den menschlichen Biorhythmus sorgen regelmäßig für Kritik. Für viele Menschen stellt sich deshalb die Frage, warum an einer Regelung festgehalten wird, die zweimal im Jahr den gewohnten Tagesablauf verändert.
Abschaffung beschlossen – aber nicht umgesetzt
Dass die Zeitumstellung auf Dauer verschwinden könnte, war in Europa bereits vor einigen Jahren ein konkretes politisches Thema. 2018 sprach sich in einer Onlinebefragung der Europäischen Kommission eine große Mehrheit der Teilnehmer für ihre Abschaffung aus. Das Europäische Parlament unterstützte 2019 einen entsprechenden Vorschlag.
Doch seitdem ist wenig passiert. Die Mitgliedstaaten konnten sich bislang nicht darauf einigen, welche Zeit künftig dauerhaft gelten soll. Soll die Sommerzeit bleiben, damit es abends länger hell ist? Oder wäre die Normalzeit, umgangssprachlich Winterzeit, die bessere Lösung?
Diese Entscheidung ist von hoher Bedeutung, denn ein Flickenteppich unterschiedlicher Zeitregelungen innerhalb Europas soll vermieden werden. Eine Einigung auf EU-Ebene steht weiterhin aus. Deshalb werden die Uhren auch 2026 wieder zweimal umgestellt.
Was hilft gegen den Mini-Jetlag?
Wer sich nach der Umstellung müde oder aus dem Takt fühlt, kann seinem Körper mit einfachen Maßnahmen helfen. Tageslicht am Morgen unterstützt die Anpassung des Schlaf-Wach-Rhythmus. Auch regelmäßige Schlafenszeiten und Bewegung an der frischen Luft können hilfreich sein.
Gerade in den Tagen nach der Zeitumstellung ist zudem Aufmerksamkeit im Straßenverkehr gefragt. Weil es abends früher dunkel wird, fällt der Berufsverkehr häufiger in die Dämmerung. Auf Landstraßen und an Waldgebieten sollten Autofahrer besonders auf Wildwechsel achten und ihre Geschwindigkeit entsprechend anpassen.
Bis auf Weiteres bleibt es also bei der bekannten Regel: Im Frühjahr werden die Uhren vorgestellt, im Herbst zurückgestellt. Die zusätzliche Stunde am Sonntag ist sicher. Ob sie irgendwann zur letzten ihrer Art wird, hängt dagegen von einer politischen Einigung ab, auf die Europa noch immer wartet.






