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Düsseldorf. Mit dem Beginn der Grippesaison appelliert das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium an die Bevölkerung, insbesondere an Menschen mit erhöhtem Risiko für schwere Krankheitsverläufe, den Impfschutz gegen Influenza rechtzeitig zu erneuern. Die jährliche Grippeimpfung sei nach übereinstimmender Einschätzung von Fachleuten die wirksamste Maßnahme, um schwere Erkrankungen und deren Folgen zu verhindern.


Nach Angaben des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales kann eine Influenza-Erkrankung deutlich schwerwiegender verlaufen als eine gewöhnliche Erkältung. Besonders gefährdet sind Menschen ab 60 Jahren, Schwangere, Personen mit chronischen Erkrankungen etwa des Herzens, der Lunge oder mit Diabetes sowie Menschen mit geschwächtem Immunsystem. Für sie kann eine Infektion zu Lungenentzündungen, Krankenhausaufenthalten oder sogar zum Tod führen.

„Influenza ist weit mehr als eine starke Erkältung. Gerade bei älteren Menschen, chronisch Kranken oder Schwangeren kann sie schwerwiegende Folgen haben. Deshalb ist es wichtig, rechtzeitig vorzusorgen und sich impfen zu lassen“, betont Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann.

Die Grippe wird häufig mit einer Erkältung verwechselt. Tatsächlich handelt es sich jedoch um eine ernstzunehmende Viruserkrankung, die meist plötzlich einsetzt und unter anderem hohes Fieber, starken Husten, Muskel- und Gliederschmerzen sowie ausgeprägte Erschöpfung verursachen kann.

Da sich Influenzaviren laufend verändern, wird der Impfstoff jährlich angepasst. Deshalb empfehlen Fachleute eine regelmäßige Auffrischung des Impfschutzes. Die Impfung sollte möglichst vor Beginn der Grippewelle erfolgen, kann jedoch auch während der laufenden Saison noch sinnvoll sein.

Gemeinsamer Appell des Gesundheitswesens

Neben dem Gesundheitsministerium werben auch zahlreiche Institutionen des Gesundheitswesens für die Schutzimpfung. Die Vorstände der Kassenärztlichen Vereinigungen Westfalen-Lippe und Nordrhein, Dr. Dirk Spelmeyer, Anke Richter-Scheer, Dr. Frank Bergmann und Dr. Carsten König, weisen darauf hin, dass Impfungen nicht nur vor schweren Krankheitsverläufen schützen, sondern auch die ambulante medizinische Versorgung während der Erkältungs- und Grippesaison entlasten können. Oktober und November seien ein günstiger Zeitpunkt, um den Impfschutz für die kommenden Monate aufzubauen.

Auch die Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW) unterstützt die Impfempfehlungen ausdrücklich. KGNW-Präsident Ingo Morell verweist darauf, dass Geimpfte nicht nur sich selbst schützen, sondern auch Familienangehörige, Kolleginnen und Kollegen sowie besonders gefährdete Menschen. Insbesondere Beschäftigte in Krankenhäusern sollten vorhandene Impfangebote nutzen.

Für die Ärztekammern in Nordrhein und Westfalen-Lippe sowie die Pflegekammer Nordrhein-Westfalen betonen Dr. Johannes Gehle, Dr. Sven Dreyer und Sandra Postel die Bedeutung einer hohen Impfquote. Die Arztpraxen in Nordrhein und Westfalen-Lippe seien vorbereitet, die Impfungen durchzuführen. Ein konsequenter Impfschutz könne insbesondere vulnerable und pflegebedürftige Menschen vor schweren Krankheitsverläufen bewahren und zugleich zur Entlastung des Gesundheitssystems beitragen.

Auch die Apothekerkammern in Nordrhein und Westfalen-Lippe sehen in der Grippeschutzimpfung einen wichtigen Beitrag zum Infektionsschutz. Nach Einschätzung der Kammerpräsidenten Gabriele von Elsenau Overwiening und Dr. Armin Hoffmann bietet die Impfung einen doppelten Nutzen: Sie senkt das Risiko schwerer Erkrankungen und reduziert gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit, andere Menschen anzustecken. Mittlerweile bieten zudem zahlreiche Apotheken Grippeimpfungen an und wollen so dazu beitragen, die Impfquote zu erhöhen.

Wer zur Risikogruppe gehört

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grippeschutzimpfung insbesondere für:

  • Menschen ab 60 Jahren,
  • Schwangere,
  • Personen mit chronischen Erkrankungen, etwa der Atemwege, des Herzens oder Kreislaufs sowie Diabetes,
  • Menschen mit geschwächtem Immunsystem,
  • Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen,
  • Beschäftigte im Gesundheitswesen und Menschen mit vielen sozialen Kontakten.

Darüber hinaus gilt: Auch Menschen, die keiner Risikogruppe angehören, können sich gegen Influenza impfen lassen. Viele Krankenkassen übernehmen die Kosten im Rahmen freiwilliger Zusatzleistungen. Zudem bieten zahlreiche Arbeitgeber ihren Beschäftigten entsprechende Impfangebote an.

Neben der Impfung empfiehlt das Gesundheitsministerium weiterhin einfache Schutzmaßnahmen im Alltag. Regelmäßiges Händewaschen, Husten und Niesen in die Armbeuge sowie das Vermeiden enger Kontakte bei Krankheitssymptomen können dazu beitragen, Infektionsketten zu unterbrechen und die Ausbreitung von Influenza einzudämmen.