
Detmold. Das Handy zeigt keine Fotos mehr an, der Fernseher findet keine Sender oder das E-Rezept lässt sich nicht aufs Smartphone laden: Für viele Menschen, besonders ältere, wird digitale Technik zunehmend zur Herausforderung.
Der Detmolder David Harms hat deshalb die Plattform „deintechniknerd.de“ ins Leben gerufen. Dort können Menschen, die mit Handy, Computer oder Fernseher nicht weiterkommen, unkompliziert Unterstützung von technikaffinen Personen aus ihrer Nachbarschaft finden.
Das Konzept sei laut Harms bewusst einfach gehalten: Wer Hilfe benötigt, registriert sich kostenlos auf der Plattform und beschreibt das Problem. Helfer in der Umgebung erhalten die Anfrage und können ihre Unterstützung anbieten, persönlich vor Ort, telefonisch oder per Fernwartung.
Die Hilfesuchenden entscheiden anschließend selbst, welches Angebot sie annehmen möchten. Die Vermittlung erfolgt kostenlos, ohne Abonnement und ohne Provision. Viele Unterstützer helfen ehrenamtlich. Wird eine kleine Aufwandsentschädigung gewünscht, wird dies im Vorfeld transparent angegeben.
Auch Angehörige können Anfragen für Eltern oder Großeltern stellen, wenn sie nicht in der Nähe wohnen. „Die Idee ist entstanden, weil ich selbst jahrelang der Technik-Support meiner Eltern war“, sagt Harms. „Heute geht vom E-Rezept bis zum Deutschlandticket vieles nur noch digital. Nicht jeder hat jemanden in der Familie, der mal eben vorbeikommen kann, aber fast jeder hat technikbegeisterte Menschen in der Nachbarschaft.“
Aktuell werden insbesondere weitere Helfer gesucht. Angesprochen sind Menschen, die sich mit Smartphones, Computern oder Fernsehern auskennen und bereit sind, gelegentlich Zeit und Geduld einzubringen.
Eine feste Verpflichtung gibt es nicht. Jeder entscheidet selbst, wie oft er unterstützen möchte. Für Vertrauen und Sicherheit sollen klare Regeln sorgen. So dürfen Helfer beispielsweise niemals nach Passwörtern, PINs oder einer Vorauszahlung fragen.
Ergänzt wird das Angebot durch einen kostenlosen Ratgeberbereich mit Schritt-für-Schritt-Anleitungen, etwa zum E-Rezept, zur Schriftvergrößerung auf dem Smartphone oder zum Erkennen von Betrugs-SMS. Die Anleitungen können zudem in großer Schrift ausgedruckt werden.



