
Berlin. Die Union will die CSU-Politikerin Ilse Aigner als Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin nominieren. Nach Informationen von tagesschau.de soll die Entscheidung am kommenden Montag, 9. November, offiziell bekannt gegeben werden. CDU-Präsidium und Bundesvorstand wollen dann die formelle Nominierung beschließen.
Gewählt wird das neue Staatsoberhaupt am 30. Januar 2027 durch die Bundesversammlung. Neben den 630 Bundestagsabgeordneten gehören ihr ebenso viele Vertreter der Länder an. Union und SPD verfügen dort gemeinsam über eine Mehrheit von rund 50 Stimmen. Amtsinhaber Frank-Walter Steinmeier scheidet nach zehn Jahren aus dem Amt aus.
In den vergangenen Tagen hatten sich mehrere CDU-Landesvorsitzende für Aigner ausgesprochen. Auch aus der SPD kam Unterstützung für die 61-Jährige. Kritik äußerte dagegen die Linksfraktionsvorsitzende Heidi Reichinnek, die sich für eine parteiübergreifende Kandidatur ausgesprochen hatte.
Sollte Aigner gewählt werden, wäre sie nach zwölf männlichen Amtsinhabern die erste Frau an der Spitze der Bundesrepublik. Zudem wäre sie die erste Bundespräsidentin ohne Hochschulstudium und die erste ledige Person in diesem Amt. Bisher waren neun Frauen bei Kandidaturen für das höchste Staatsamt erfolglos geblieben.
Aigner ist seit 2018 Präsidentin des Bayerischen Landtags. Zuvor gehörte sie dem Bundeskabinett von Angela Merkel an und war von 2008 bis 2013 Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Die gebürtige Oberbayerin absolvierte zunächst eine Ausbildung zur Radio- und Fernsehtechnikerin und qualifizierte sich später zur Systemelektrikerin für Hubschrauber.
Politisch prägend waren für Aigner Stationen im Bayerischen Landtag und im Deutschen Bundestag. Zudem überstand sie im Laufe ihres Lebens mehrere schwere Erkrankungen, darunter einen Tumor im Rücken sowie Schilddrüsenkrebs.




