Studie: Lebenserwartung in Europa stagniert

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Symbolbild. Foto: Adobe Stock

Laut einer Studie stagniert die Lebenserwartung in Europa. Während sie in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich gestiegen ist, zeigt sich nun eine Verlangsamung dieser Entwicklung. Das berichtet unter anderem das Nachrichtenportal T-Online.de.

Britische Forscher analysierten Daten aus 16 europäischen Ländern sowie aus verschiedenen Landesteilen Großbritanniens. Zwischen 1990 und 2011 stieg die Lebenserwartung jährlich um durchschnittlich 0,23 Jahre, in Deutschland um 0,24 Jahre. In den Jahren 2011 bis 2019 sank das Wachstum jedoch auf nur noch 0,11 Jahre (Deutschland: 0,10 Jahre).

Während der Corona-Pandemie ging die Lebenserwartung europaweit sogar um 0,18 Jahre zurück, in Deutschland um 0,14 Jahre. Besonders betroffen waren die britischen Landesteile, wo die Risiken für Herzkrankheiten und Krebs besonders hoch waren.

Laut Studienautor Nicholas Steel seien vor allem Herz-Kreislauf-Erkrankungen für die gebremste Entwicklung verantwortlich, in Ländern wie Deutschland auch Krebserkrankungen. Die Forscher sehen den Grund in einem ungesunden Lebensstil: steigende Raten von Übergewicht, Bluthochdruck, Rauchen, Alkoholkonsum sowie eine ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel. Zudem hätten soziale Faktoren wie Armut und Ungleichheit sowie Kürzungen im Gesundheits- und Sozialwesen seit 2010 die Entwicklung negativ beeinflusst.

Gleichzeitig zeigen Länder wie Norwegen, Island, Schweden, Dänemark und Belgien, dass eine positive Entwicklung möglich ist. Dort stieg die Lebenserwartung auch nach 2011 weiter an, da staatliche Maßnahmen die Gesundheitsrisiken erfolgreich reduzierten. Steel fordert daher strengere politische Maßnahmen, um langfristig die Gesundheit der Bevölkerung zu verbessern.

Aktuell liegt die Lebenserwartung in Deutschland laut Statistischem Bundesamt bei 83 Jahren (Frauen) respektive 78,2 Jahren (Männer).