
Lage. Wenn sich rund 20 Fachmenschen und Wetter-Krisenmanager aus ganz NRW versammeln, um über Starkregen zu sprechen, dann weiß man: Es wird ernst. Sven-Plöger-Time oder Harald-Lesch-Expertise mit einem Schuss Apokalypse.
Im Bürgerhaus am Clara-Ernst-Platz ging es dabei weniger um Apokalypse und Kaffeeklatsch, sondern um ganz pragmatisch um die Frage: Wie verhindern wir, dass unsere Städte bald nur noch mit dem Boot und nicht mehr mit dem Bus erreichbar sind? Die „Kommunal Agentur NRW“, der Wasserfreund unter den Dienstleistungsunternehmen, hatte zur Veranstaltung im Rahmen der Reihe „Musterbaustellen in NRW“ geladen – ein Titel, der klingt wie die Bravo-Hits für Tiefbauer.
Bürgermeister Kalkreuter: „Lage im Fluss – aber kontrolliert!“
Matthias Kalkreuter, Bürgermeister mit dem Sinn für Wechselwetter, begrüßte die versammelte Runde und betonte: „Starkregen ist keine Frage des Ob, sondern des Wann – und vor allem des Wo.“ Damit meinte er nicht, dass man zukünftig Schwimmflügel statt Schirmmütze tragen soll, sondern dass Lages Strategie gegen Wassermassen inzwischen so ernst ist wie ein Wetterbericht von Jörg Kachelmann mit eingeschaltetem Capslock.
Das Heil liegt in der geplanten Vertiefung
Den technischen Teil übernahm Diplom-Ingenieur Sven Anders, seines Zeichens Fachteamleiter für Stadtentwässerung und vermutlich jemand, der schon im Kindesalter mit Gummistiefeln in der Badewanne Pläne für Regenrückhaltebecken gezeichnet hat. Mit eindrucksvollem Videomaterial zeigte er, wie das Unwetter im Mai 2023 in Lage nicht nur Gärten, sondern auch Nerven unter Wasser setzte.
Doch Hilfe naht – in Form neu entwickelter Großprofilrinnen. Diese wurden speziell auf die Topographie von Lage angepasst. Oder wie Anders es formulierte: „Endlich eine Rinne, die nicht nur Wasser, sondern auch unsere Erwartungen aufnimmt.“
Nach so viel Theorie durften sich die Teilnehmer in der feuchten Realität sonnen: Auf einer Besichtigungstour ging’s zu aktuellen Bauprojekten in den Ortsteilen. Manche trugen dabei regenfeste Begeisterung zur Schau, andere suchten vorsichtshalber schon mal den nächstgelegenen Sandhaufen für den Eigenbau-Damm.
Fazit: Gemeinsam gegen die Gießkanne von oben
Die Veranstaltung machte deutlich: Gegen Wetterkapriolen braucht es nicht nur Beton und Rohre, sondern auch Köpfe, die trocken bleiben sollten – selbst bei Blitz und Donner. Und während Großprojekte oft eher schleichen als fließen, bleibt ein Punkt klar: Jede Kommune muss sich wappnen – und jeder Anlieger am besten auch. Denn am Ende ist’s wie mit einem Schirm: Wer sich nicht selbst darum kümmert, steht ziemlich sicher im Regen.