
Lage/Bad Salzuflen. Schmerzhafte Lektion eines Abends: Wenn du bei einer Polizeikontrolle aufs Gaspedal drückst, weil du glaubst, du wärst in einem Actionfilm – Spoiler: bist du nicht. Und nein, die Polizei spielt nicht die Statisten. Die können nämlich fahren. Richtig gut sogar. Und sie haben Funk. Das ist so ein Ding, mit dem man Kollegen ruft – und ehe du „Need for Speed“ sagen kannst, spielst du „Einer gegen Alle“. Ein Spiel, das du ungefähr so gut gewinnen kannst wie ein Goldfisch beim Hochsprung.
Lernen musste das ein 20-jähriger BMW-Fahrer am Mittwochabend, 10. Dezember, in der Breiten Straße in Lage. Sein 3er BMW fiel den Beamten zu später Stunde – gegen 23.30 Uhr – auf, weil die Beleuchtung defekt war. Also eigentlich fuhr er im Dunkeln – man könnte sagen: unsichtbar, nur leider nicht für die Polizei.
Als die Beamten ihn anhalten wollten, drückte der junge Mann beherzt das Gaspedal durch. In Richtung Bad Salzuflen ging’s – mit dem Charme einer Silvesterrakete auf Abwegen. Rote Ampel? Egal. Anhaltesignale? Pff. Beleuchtung? Wer braucht die schon, wenn man Drama möchte?
Auf der Schötmarschen Straße endete die große Fluchtkarriere allerdings abrupt und sehr unspektakulär: Der BMW krachte auf einen Seat Leon, schob den wie einen Einkaufswagen von der Straße und nahm anschließend selbst noch zwei Leitpfosten mit. Immerhin konsequent.
Schließlich gab der BMW im Kreuzungsbereich Schötmarsche Straße/Sylbacher Straße in Bad Salzuflen seinen Geist auf – vermutlich hatte selbst das Auto genug von der Show.
Im Wagen saßen außer dem 20-jährigen „Schumi im Delirium“ noch drei Passagiere (zwei 16-Jährige und ein 19-Jähriger). Alle blieben unverletzt – wahrscheinlich, weil das Schicksal entschieden hat: Heute nicht.
Der Fahrer stand, wie die Polizei zurückhaltend formuliert: „augenscheinlich unter Einfluss von Alkohol“. Das setzt deine Reaktionsfähigkeit herab: schlechte Voraussetzung für ein Rennen mit der Polizei. Der Vortest war positiv und deshalb nahm die Polizei ihn auf die Wache mit: Blutprobe, Führerschein weg, Lektion gelernt. Die minderjährigen Mitfahrer durften nachts noch den „Eltern-Shuttle-Service“ genießen, bestimmt nicht zu deren Freude.
Sachschaden? Rund 14.000 Euro. Ermittlungen? Laufen. Filmreife Action? Nein, eher peinlich. Lebenskluge Entscheidung? Um Himmels willen! Moral von der Geschicht’? Flieh nicht vor der Polizei – das klappt einfach nicht.




