Rotterdam. Die deutsche Frauen-Nationalmannschaft hat Handball-Geschichte geschrieben: Mit einem 29:23-Sieg über Titelverteidiger Frankreich im Halbfinale der WM steht das Team des Deutschen Handball-Bunds (DHB) erstmals seit 1993 wieder im Endspiel. Es ist zugleich die erste WM-Medaille seit 2007 und der erste Pflichtspielsieg gegen die Französinnen seit zwei Jahrzehnten.
Von Beginn an präsentierte sich die deutsche Auswahl mutig und kompromisslos. Nach einer starken Anfangsphase führte das Team beim 10:6 mit vier Toren. Frankreich kämpfte sich mehrfach heran, doch die deutsche Abwehr und eine überragende Torhüterin Katharina Filter hielten stand. Die 26-Jährige glänzte bereits zur Halbzeit mit sieben Paraden, Deutschland ging mit 15:12 in die Pause.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb die DHB-Auswahl dominant. Rückraumspielerin Anika Lott baute den Vorsprung früh auf 19:15 aus und zwang Frankreich zur Auszeit. Spätestens nach der Roten Karte gegen Abwehrchefin Ondono und dem Treffer von Vogel zum 22:18 war die Sensation greifbar. Filter parierte weiter spektakulär, die Französinnen fanden kein Mittel gegen die deutsche Defensive.
Zwei Blombergerinnen mittendrin
Nach dem Schlusspfiff brachen alle Dämme: Jubel, Tränen und Erleichterung bei den Spielerinnen, die sich ausgelassen in den Armen lagen. Auch Nieke Kühne und Alexia Hauf von der HSG Blomberg-Lippe hatten ihren Anteil am Halbfinalerfolg.
Das Finale steigt am Sonntag um 17.30 Uhr. Der Gegner wird zwischen Topfavorit Norwegen und Gastgeber Niederlande ermittelt.
Aufstellung:
Deutschland: Katharina Filter (11 Paraden), Sarah Wachter; Alina Grijseels (1 Tor), Nina Engel, Lisa Antl (3), Xenia Smits, Marie Steffen, Nieke Kühne (1), Emily Vogel (5), Annika Lott (4), Julia Maidhof, Jenny Behrend (1), Antje Döll (9/5), Alexia Hauf, Aimée von Pereira, Viola Leuchter (5).





