In exakt vier Jahren soll der Mireo Plus B von Siemens Mobility durch das Netz Nördliches Westfalen, also auch durch Lage und den Kreis Lippe düsen. Emmissonsfrei, geräuschlos, supersmart. Der „Mireo“ lädt dort Strom, wo es Oberleitungen gibt, und fährt dort weiter, wo früher der Diesel geknattert hat. Das nennt man dann wohl: laden – losfahren – Klima retten.
Die neuen Zugträume sollen nicht nur umweltfreundlich, sondern auch echte Komfortwunder sein. WLAN, Steckdosen, USB-Anschlüsse. Leiser Trip auf Samtpfoten – da fragt man sich ernsthaft, warum man überhaupt noch Auto fährt, wenn der Zug mehr kann als das heimische Wohnzimmer.
Bezahlt werden soll das Ganze übrigens nicht klassisch, sondern modern: per Leasing. „Rock Rail“ macht’s möglich. Die Bahn rocken? Der Rock’n’Roll-CEO sagt sinngemäß: „Wir leasen Züge, damit Westfalen-Lippe grün fährt – und zwar langfristig.“ Leasing, aber nicht für den SUV, sondern für die Mobilitätswende. Sehr erwachsen.
Noch mehr Zukunftsmusik: Auch Fahrräder (18 Stück), Rollstühle (2 Plätze) und Menschen mit Lust auf viel Platz und Licht kommen voll auf ihre Kosten. Vier Türen pro Seite sorgen dafür, dass Ein- und Aussteigen nicht mehr nach Gruppentherapie aussieht.
Das Beste: Die Züge bremsen – und laden sich dabei selbst wieder auf. Kreis Lippe, wir gratulieren: Du hast Züge, die sogar beim Bremsen produktiv sind. Davon können andere Regionen sich eine Scheibe abschneiden.
Mit 7,1 Millionen Zugkilometern pro Jahr, mindestens 15 Jahren Einsatzdauer und der zweitgrößten Batteriezug-Flotte Deutschlands setzt der NWL ein klares Zeichen:
Die Mobilitätswende kommt nicht irgendwann und irgendwie – sie kommt in vier Jahren mit Akku, WLAN und Sitzkomfort. Gut, was fahrplanmäßige Ankunftszeiten anbelangt lehrt die Bahnkunden-Erfahrung: musst du vorsichtig und nachsichtig sein. Lassen wir uns überraschen.