Blomberg/Bad Langensalza. Die HSG Blomberg-Lippe bestritt ihr drittes Auswärtsspiel in Folge wettbewerbsübergreifend in der Salza-Halle beim Thüringer HC. Das Topspiel am Mittwochabend entschieden die Gäste aus Blomberg am Ende mit 26:23 (13:14) für sich. Auf Blomberger Seite traf Nuria Bucher mit sieben Toren am sichersten.
Die HSG Blomberg-Lippe musste beim Auswärtsspiel in Thüringen weiterhin auf mehrere Spielerinnen verzichten. Zwar kehrte die Schwedin Malin Sandberg in den Kader zurück, doch Marie Michalczik, Amber Verbraeken, Carolin Jaron und Judith Tietjen fehlten weiterhin.
Trainer Steffen Birkner schickte daher Nicole Roth im Tor sowie Alexia Hauf, Nieke Kühne, Andrea Jacobsen, Díana Magnúsdóttir, Farrelle Njinkeu und Maxi Mühlner in die Startformation. Beim Thüringer HC fehlte im Vergleich zum Hinspiel die Japanerin Natsuki Aizawa verletzungsbedingt, sodass Csenge Kuczora und Jana Scheib begannen. Scheib erzielte prompt den ersten Treffer der Partie für den THC.
Die Gastgeberinnen erwischten den besseren Start und profitierten dabei auch von etwas Glück, als ein abgefälschter Wurf von Kühne im Netz landete. Der THC nutzte seine Kreisanspiele effektiv und ging früh in Führung, während Blomberg zunächst schwer ins Spiel fand.
Erst nach fünf Minuten sorgte Elín Magnúsdóttir mit einem energischen Durchbruch für den 2:2-Ausgleich. Insgesamt entwickelte sich jedoch eine eher tempoarme Partie, auch weil Torhüterin Nicole Roth mit frühen Paraden, unter anderem gegen Hoffbeck, Sicherheit ausstrahlte.
Dennoch blieb der THC meist mit zwei Treffern in Führung. Blomberg vergab mehrere gute Möglichkeiten, insbesondere vom Siebenmeterpunkt: Vegué scheiterte gleich mehrfach an der stark aufgelegten THC-Torhüterin Kuske. Auch Csenge Kuczora traf nur das Aluminium.
Nach einer Parade von Roth schaltete Njinkeu schnell und bediente Mühlner, die per Gegenstoß verkürzte. Kurz darauf traf Mühlner auch vom Kreis, doch weiter als der Anschlusstreffer kam die HSG zunächst nicht heran, da Thüringen im Angriff sehr konzentriert agierte.
Elín Magnúsdóttir entwickelte sich in der ersten Viertelstunde zur wichtigsten Offensivkraft der Gäste. Mit hohem Tempo und Durchsetzungsvermögen erzielte sie beim Stand von 6:7 bereits ihren dritten Treffer.
Roth verhinderte anschließend, dass sich der THC weiter absetzen konnte, doch im Umschaltspiel fehlte Blomberg die letzte Konsequenz. Díana Magnúsdóttir zog zwar einen Siebenmeter und eine Zeitstrafe, doch erneut blieb Vegué vom Punkt ohne Erfolg.
Beide Torhüterinnen prägten nun die Partie. Während Roth mehrere freie Würfe entschärfte, verhinderte Kuske immer wieder den möglichen Ausgleich. Trotz verbesserter Abwehrarbeit der HSG, die den THC mehrfach ins Zeitspiel zwang, blieb der Ausgleich aus.
Nach sieben torlosen Minuten in der Salza-Halle traf Thüringen wieder und setzte sich erstmals auf drei Tore ab (10:7), was Trainer Herbert Müller zu einer Auszeit veranlasste. Auch in Unterzahl blieb der THC effektiv und nutzte Ballverluste der Gäste, unter anderem durch ein Tor ins leere HSG-Gehäuse.
Blomberg fehlte weiterhin die Spritzigkeit, konnte aber durch Bucher und Kühne noch einmal verkürzen. In den Schlussminuten der ersten Halbzeit zeigte die HSG Moral: Mühlner traf von außen, Magnúsdóttir erzwang eine Zeitstrafe, und Bucher blieb vom Siebenmeterpunkt sicher. So ging es nach einer starken Phase der Gäste mit einem knappen 14:13 für den Thüringer HC in die Kabinen.
Nervenstarke Blombergerinnen
Mit einem Tor Rückstand ging die HSG Blomberg-Lippe in die zweite Hälfte des Top-Duells der Alsco Handball Bundesliga vor 1.035 Zuschauern. Trainer Steffen Birkner wechselte im Tor: Lara Lepschi ersetzte Nicole Roth – und sollte der Partie früh ihren Stempel aufdrücken.
Zwar verpasste die HSG im ersten Angriff erneut den Ausgleich, doch Lepschi meldete sich mit einer starken Parade gegen Reichert sofort an. Auch im nächsten Anlauf blieb der Ausgleich aus, ehe Csenge Kuczora den ersten Treffer der zweiten Hälfte für den THC erzielte.
Blomberg erhöhte nun spürbar das Tempo. Alexia Hauf verkürzte auf 15:14, doch erneut war es Kuczora, die der HSG-Abwehr Probleme bereitete und den THC wieder auf zwei Tore wegzog. Beide Teams agierten nun mit hoher Intensität, doch Blomberg ließ in dieser Phase zu viele klare Chancen liegen – insbesondere in Gegenstößen durch Kühne und Mühlner. Reichert nutzte diese Unkonzentriertheiten.
Eine Phase mit mehreren Zeitstrafen brachte Unruhe ins Spiel. Nach doppelter Unterzahl reagierte die HSG jedoch clever: Jacobsen holte zwei Siebenmeter heraus, die Bucher souverän verwandelte. Auch weitere Unterzahlsituationen überstand Blomberg gut und blieb dran. Beim 19:18 erzielte Hauf trotz Unterzahl erneut den Anschluss. Eine Viertelstunde vor Schluss entwickelte sich die Partie endgültig zu einem Krimi.
Die HSG gewann nun zunehmend an Selbstvertrauen. Kühne setzte sich entschlossen durch und erzielte den 20:20-Ausgleich. Das Momentum lag jetzt klar bei den Gästen. In der Abwehr stabilisierte Rüffieux das Spiel, während Lepschi mit weiteren Paraden – unter anderem gegen Szabó – die Thüringerinnen verzweifeln ließ. Mehrfach hatte Blomberg nun die Chance zur ersten Führung, scheiterte jedoch an THC-Torhüterin Kuske oder an der kompakten Abwehr im Positionsspiel.
In der Crunchtime nahm Birkner seine erste Auszeit. Kurz darauf wurde Magnúsdóttir am Kreis gestoppt – erneut Siebenmeter. Wieder übernahm Bucher Verantwortung und verwandelte eiskalt zur ersten HSG-Führung des gesamten Spiels. Reichert glich noch einmal aus, doch Blomberg blieb nervenstark. Lepschi leitete einen schnellen Gegenstoß ein, den Hauf zur erneuten Führung nutzte.
In den Schlussminuten spielte die HSG ihre ganze Reife aus, erhöhte den Vorsprung sogar auf drei Tore und ließ sich auch von einer offensiven THC-Deckung nicht mehr aus der Ruhe bringen. Dank einer überragenden zweiten Halbzeit – mit nur neun Gegentoren – setzte sich Blomberg am Ende verdient mit 26:23 durch.
Stimmen zum Spiel:
„Das waren heute zwei sehr gute Abwehrreihen. Meine Mannschaft hat es geschafft, über 60 Minuten Moral zu zeigen und das Publikum leise zu bekommen. Wir nehmen jetzt die zwei Punkte mit nach Blomberg. Ich bin stolz auf meine Mannschaft“, fasste Laura Rüffieux die intensive Partie zusammen.
Trainer Steffen Birkner schloss sich seiner Kapitänin an:
„Wir haben ein sehr hart umkämpftes Spiel gesehen, in dem die Abwehrreihen dominiert haben. Wir wussten, dass es richtig schwer wird. Nach den Spielen in der European League war das heute auch für den Kopf nicht einfach. Umso wichtiger war es, dieses Spitz-Auf-Knopf-Spiel für uns zu entscheiden. Ich bin total stolz darauf, wie ruhig, abgeklärt und erwachsen wir das gespielt haben.“
Aufstellungen:
Thüringer HC: Lövgren, Kuske (1); Hendrikse, Heider (1), Holm, Guarieiro, Niederwieser (1), Farago (3), Scheib (3), Hoffbeck (2), Ott, Szabo (1), Reichert (8), Alarslan, Kuczora (3), de Abreu Rosa.
HSG Blomberg-Lippe: Veith, Lepschi, Roth; Rüffieux (1), Jacobsen (1), D. Magnúsdóttir (1), Kühne (4), Mühlner (3), Vegué, Bucher (7), Sandberg, Hauf (4), E. Magnúsdóttir (4), Njinkeu (1).








