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Kreis Paderborn. Glätte hat in der Nacht zu Freitag, 23. Januar, auf der A44 zwischen den Anschlussstellen Marsberg und Lichtenau zu einer Serie schwerer Verkehrsunfälle geführt. Nach Angaben der Polizei kamen dabei insgesamt drei Menschen ums Leben, elf weitere wurden verletzt. Die A44 blieb zwischen Diemelstadt und dem Kreuz Wünnenberg-Haaren in beiden Fahrtrichtungen über Stunden voll gesperrt.


Laut Polizeiinformationen seien gegen 1.30 Uhr die ersten Notrufe eingegangen. Verkehrsteilnehmer hätten mehrere Unfälle gemeldet, ausgelöst durch extreme Straßenglätte. Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst trafen demnach zunächst auf einen schweren Unfall in Fahrtrichtung Dortmund: Ein 3,5‑Tonner war mit einem mit Papier beladenen Sattelzug kollidiert.

Der kleinere Lkw ging in Flammen auf, der Fahrer habe nicht mehr geborgen werden können und sei noch am Unfallort verstorben. Der Sattelzugfahrer sei mit einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht worden. Der brennende Auflieger musste von der Feuerwehr gelöscht werden.

Insgesamt hätten sich nach bisherigen Erkenntnissen in beiden Fahrtrichtungen 18 Glatteisunfälle ereignet, darunter ein besonders schwerer Zusammenstoß in Richtung Kassel. Dort sei gegen 2.30 Uhr ein Lkw auf einen vorausfahrenden Auflieger aufgefahren. Die beiden Insassen des auffahrenden Lastwagens seien noch an der Unfallstelle ihren tödlichen Verletzungen erlegen. Zunächst war von einem beteiligten Pkw berichtet worden, diese Angaben korrigierte die Polizei später.

Parallel seien 16 weitere Glätteunfälle registriert worden, bei denen elf Menschen leichte Verletzungen erlitten hätten. Die Identität der Verstorbenen werde noch ermittelt, teilte die Polizei weiter mit.

Auch die Folgearbeiten gestalteten sich schwierig: Der ausgebrannte Sattelauflieger in Fahrtrichtung Dortmund sei erst gelöscht worden, bevor die spezialisierten Verkehrsunfallteams aus Bielefeld und Münster mit Spurensicherung und Unfallaufnahme beginnen konnten.

Die Dauer der Vollsperrung könne weiterhin nicht abgeschätzt werden, hieß es. Lediglich die Anschlussstelle Lichtenau in Fahrtrichtung Dortmund wurde inzwischen wieder freigegeben. Zudem habe eine Rückführung der im Stau stehenden Fahrzeuge Richtung Kassel begonnen.

Für weitere Hinweise hat die Polizei Bielefeld ein Hinweistelefon eingerichtet. Zeugen oder Unfallbeteiligte, die sich bislang noch nicht gemeldet haben, werden gebeten, unter 0521/5455149 Kontakt aufzunehmen.