
Minden. Ein greller Feuerschein reißt Minden in der Nacht zum Sonntag aus dem Schlaf. Um 3:40 Uhr schrillen die Alarmmelder – doch als die Feuerwehr an der Schumannstraße im Osten der Stadt eintrifft, ist das Ausmaß der Katastrophe bereits deutlich zu sehen: Die Lagerhalle einer Druckerei und eine angrenzende Autowerkstatt stehen lichterloh in Flammen. Das Gebäude ist zu diesem Zeitpunkt schon nicht mehr zu retten.

Foto: Polizei Minden-Lübbecke
Stundenlang kämpfen Einsatzkräfte gegen das Inferno. Erst am Sonntagabend gelingt es der Feuerwehr, den Brand unter Kontrolle zu bringen. Doch die Gefahr ist noch nicht gebannt: Die Nachlöscharbeiten ziehen sich deshalb durch die ganze Nacht. Seit dem frühen Montagmorgen gilt das Feuer nun endlich offiziell als gelöscht – zurück bleiben verkohlte Trümmer, beißender Brandgeruch und viele offene Fragen.
Die Folgen des Großbrands sind weitreichend. Wegen möglicher Schadstoffbelastungen hat die Stadt Minden drastische Vorsichtsmaßnahmen angeordnet: Spielplätze im Umfeld dürfen bis mindestens Mittwoch nicht genutzt werden, Schulen verlegen ihre Pausen vorsorglich in die Gebäude. Anwohner werden eindringlich gebeten, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Landwirte sollen ihre Tiere in den Ställen lassen.
Die Lage ist so ernst, dass die Stadt einen Stab für außergewöhnliche Ereignisse eingerichtet hat. Umweltexperten haben bereits Proben genommen, um mögliche Schadstoffe in Luft und Boden zu untersuchen. Die Ergebnisse stehen noch aus – und mit ihnen die Gewissheit, dass die Belastung tatsächlich sehr groß ist.
Auch der wirtschaftliche Schaden ist enorm. Konkrete Zahlen gibt es noch nicht, doch schon jetzt ist klar: Der Sachschaden dürfte sich auf mehrere Millionen Euro belaufen. Was bleibt, ist eine Stadt unter Schock – und der Hoffnung, dass die unsichtbaren Folgen dieses Brandes nicht noch schwerer wiegen als die sichtbaren.









